Luftige Angelegenheit
Neue Schlauchboote von klein bis großIn Angler-Grün zeigt sich das Quicksilver 430 HD mit Aluminiumboden, wobei „HD“ für Heavy Duty, also besonders beanspruchbar steht. Denn das Schlauchmaterial des bei Marine Power ausgestellten Bootes ist für harte Einsätze verstärkt. Umfangreiche Bodenvarianten, also wahlweise Latten-, Holz-, Aluminium- und Luftboden – erweitern das Einsatzspektrum der Modelle von Solid Marin erheblich.
Das 5,80 m lange R.I.B.-Line 6.0 von Pischel, das wie die meisten anderen Schlauchboote in Halle 10 zu sehen war, besitzt ein festes Unterwasserschiff mit tief eintauchendem V-Rumpf. Am Heckspiegel verträgt es bis zu 160 PS (117 kW) vom Außenborder. Ein 130-Liter-Einbautank für den Treibstoff, Thermo-Zeltaufbau, GPS-Navigation, Radar, Dusche und Halterungen für Tauchflaschen gehören bei diesem Luxusluftboot zum Standard. Eine Pantry mit Kocher und Kühlschrank wird als Extra angeboten.
Die R.I.B-LINE 6.0 und 6.7 sind durch ihre Breite (2,55 m mit Luft) selbst durch Laien leicht trailerbar. Ein aktueller PKW der Golfklasse genügt bereits als Zugfahrzeug des Modells 6.0. Durch die bis zu 300 l fassenden Tanks wird Inselhüpfen ein sicherer Familienspaß. Der Unterschied zwischen beiden Modellen liegt im größeren Innenraum des 6.7, das außerdem über eine 2. Sitzreihe im achterlichen Bereich verfügt. Schlauchboot und Außenborder, das bieten Motorenhersteller gerne im Paket an. So präsentierte der Motorenhersteller Yamaha die neueste Generation von Yam-Schlauchbooten im vergangenen Herbst erstmals auf der Boot & Fun Berlin – und sie sahen gut aus. Eine komplette Palette neuer Modelle wurde in Zusammenarbeit mit Zodiac, einem der international führenden Hersteller von Schlauchbooten, gebaut und, so der Anbieter, „speziell auf Yamaha-Außenbordmotoren abgestimmt“. Zehn verschiedene Yam-Modelle von 2,40 bis 3,80 m Länge stehen zur Auswahl.
Zodiac selbst zeigte am Rhein zahlreiche neue Modelle. Darunter gab es in der Fünfmeterklasse die Medline I und Medline Sundream zu sehen, das 8,50 m lange Pro Open 850 mit Deep-V-Unterwasserschiff aus GFK und Center-Konsolen-Steuerstand sowie den Projet 350 TC4 mit 104 PS (76 kW) starkem Jet-Einbaumotor.
Eleganter und klarer im Design, entspricht die neue Polsterung von Medline I und Sundream viel besser den Ansprüchen moderner Kunden. Die Pro Open 850 besitzt neben der guten Seegängigkeit dank des Rumpfs mit „tiefem V“ viel Platz zum Stauen. Sechs Fächer sorgen für eine außergewöhnliche Kapazität von rund 3,5 Kubikmetern. Zwei große Durchgänge am Heck und optionale klappbare Seitensitze sorgen für sehr gute Platzausnutzung. Nachdem der Prototyp mit 104-PS-Turboladermotor bei einem Leergewicht von 350 kg während der Cannes Boat Show im September vorgestellt wurde, fand dieses Boot auch den Weg an den Rhein.
Der Weltmarktführer führte in Düsseldorf Sharc Duotex auf dem hiesigen Markt ein, ein hochbelastbares Material auf Polyurethanbasis mit einer hoch reißfesten Panama-Gewebeeinlage. Alle Zodiac-Boote mit mehr als sechs Metern Länge sowie alle Yachtline-DL-Modelle und auch der neue Projet werden aus diesem Bootsgewebe gefertigt. Dank neuer chemischer Verbindungen, heißt es vom Importeur Zodiac Kern, ist der Tragschlauch sehr einfach zu reinigen und sieht somit länger aus wie neu. Zitat von Zodiac: „Das Abwischen mit einem Schwamm genügt, um den Originalzustand wieder herzustellen.“
Es gibt aber auch kleinere Anbieter, etwa den österreichischen Hersteller Grabner. Als Neuheit 2007 stellt das in Stadt Haag ansässige Unternehmen das „Luftboot", wie die Alpenländer sagen, mit dem Modellnamen Mini-Raft vor. Das kleine Raftingboot für drei Personen ist geeignet fürs Wasserwandern und Rafting auf Wildwasserflüssen, kann aber auch als kentersicheres und robustes Badeboot für Seen und Meer verwendet werden. Durch das kleine Packmaß von 75 x 45 x 25 cm kann es leicht verstaut werden. Am Bug und Heck ist das Seil der seitlichen Leinen als Tragegriff ausgeformt. Seitlich am Boden können nach Bedarf Lenzlöcher eingestanzt werden.
Apropos stabile Kleinboote: Avon hat die beiden Dinghis Redstart und Redcrest im Programm, bei denen große Schläuche für ein Mehr an Zuladung, Seetüchtigkeit und Stabilität sorgen. Außer Luft- und Lattenboden ist (beim größeren Redcrest) ein seewasserbeständiger Sperrholzplattenboden erhältlich. Die Dinghis sind praktisch als Tender für Ankerlieger oder als Ruderboot auf ruhigen Binnenseen. Die Firma Avon ist vielen kein Begriff, außer dass sie gerne mit einer Kosmetikfirma verwechselt wird. Die britischen Hersteller von Schlauchbooten und haben sich Qualität auf die Fahne geschrieben. Die Boote von Avon sind unwiderstehlich schön und mega-robust. Marineeinheiten in der ganzen Welt statten ihre Truppen mit diesen Booten aus. Leider sind sie dafür auch ein wenig teurer als andere Boote.
Text: Stefan Gerhard