Schlauchboote

03/2011

Schlauchboote

Luftiger Saisonstart
Luftpolster nicht unterm Rumpf, sondern im Bootskörper selbst sorgen bei Schlauchbooten für schnellen Vortrieb, Ausbauten und Motorisierungen fast aller Art für Komfort und Kraftentfaltung. Wir haben die interessantesten Neuheiten der Saison 2011 für Sie herausgepickt.

Zodiac, das ist nicht nur eine Marke, sondern gilt in Frankreich, dem Mutterland der Luftrumpfboote, als Synonym für das Wort Schlauchboot – so wie Tempo, Tesa, Fit und Spüli hier zu Lande. Zahlenmäßig limitiert bringt Zodiac die Sondermodelle Pro Open 550 Route du Rhum (5,50 m), Pro Open 650 Route du Rhum (6,50 m) und Club 750 Limited Edition (7,34 m) auf den Markt.

Die beiden ersten Typen sind nach der bekannten Segelregatta über den Nordatlantik von Saint Malo nach Guadeloupe benannt, bei der die Schiedsrichter in eben diesen Booten das Regattageschehen verfolgten. Das Styling der Hypalon-Schlauchkörper mit einem Farbmix aus Schwarz, Orange und Weiß setzt die 550er deutlich von anderen Booten ihres Genres ab. Motorisierbar sind beide mit Außenbordern bis 90 PS. Zu den Extras zählen Persenning, Wasserskimast und Sonnenverdeck.

Die 750er von Zodiac ist ein RIB mit festem GFK-Rumpf unter den Schläuchen und Sonnenliege im Vorschiff. Badeplattform mit Badeleiter sowie ein Wasserskistaufach im Boden gehören serienmäßig dazu. Als Extras gibt es beispielsweise einen Wasserskizugmast, Scheibenwischer (!) für die Mittelkonsole und eine Badedusche. Maximal 250 PS starke Außenborder verträgt der Heckspiegel.

Quicksilver präsentierte auf der boot Düsseldorf sein traditionell großes Sortiment an Schlauchbooten. Besonderer Clou bei dem global agierenden Hersteller ist die weltweit geltende Servicegarantie, egal wo man mit dem Luftboot unterwegs ist. Bei den Heavy-Duty-Booten neu vorgestellt wurde das Modell 365 für maximal 25 PS starke Motoren.

Neu entwickelt auf Basis des Militärboots TM 470 wurde die Quicksilver Adventure 470 XS. Das knallorange gestaltete Boot besitzt gerundete Achter-Schlauchenden und zwei stringerartige „Speed Tubes“, die den Einsatz von 60-PS-Motoren zum temporeichen Vergnügen werden lassen.

Die kleinen Tender Dinghy 200 und 240 von Quicksilver sind mit „Airfloor“-Boden ausgestattet und wiegen nur 19 respektive 22 kg. Die Ultra-Light-Modelle sind zudem mit einem eigenen „Unterbodenschutz“ für sicheres Anlanden auf Stränden versehen. Die Sport-Enduro-Reihe (CE-Kategorie D) umfasst in der Saison 2011 vier Modelle, die 390 bis 570 kg Zuladung vertragen. Für küstennahe Gewässer gemacht sind drei der vier Schlauchboote der Adventure-Serie – und das bei kompakten 3,10 bis 3,65 m Länge. Das Flaggschiff 365 Adventure XS kann bis zu sechs Personen aufnehmen. Die Enduro-Variante der Adventure-Reihe (den Überblick noch behalten?) kommt mit Multifunktionstasche mittschiffs, Bugroller und Angelrutenhalter.

Vom ebenfalls zum Brunswick-Konzern gehörenden Anbieter Valiant, der bisher vor allem in Frankreich sehr bekannt ist, kommt neu für die Saison 2011 das Schlauchboot V 500 Sport. Das universell einsetzbare Luft-Schiff besitzt eine professionelle Mittelkonsole, was dem Piloten des 4,90 m langen Gleiters Übersicht und besondere Manövriersicherheit gibt. Der tiefe, v-förmige Rumpf – ein ungewöhnliches Element für ein RIB mit derart kompakten Abmaßen – ist fürs Wellenschneiden und komfortable Abfangen von Stößen konstruiert worden. Besonders Anfänger finden sich auf Anhieb zurecht; der Hersteller verspricht gutmütige Manövriereigenschaften in allen Geschwindigkeitsbereichen. Maximal 80 PS starke Motoren können ans Heck gehängt werden.

In Januar stellte der niederländische Hersteller X-Craft das neue Performance-RIB X8.0 vor. Besondere Kennzeichen des ultraschnell wirkenden Boots sind die vollgefederten Carbon-Sitze (ebenfalls aus firmeneigener Entwicklung) und eine 300 PS starke Mono-Motorisierung mit einem Verado-Außenborder.

Ein Schlauchboot mit Tisch? Der französische Schlauchboothersteller Sillinger stellte in Düsseldorf als Neuheit die 765 Silverline XL vor. Mit 7,65 m Länge gehört das Boot schon zu den größeren „Aufblasbaren“. Besondere Kennzeichen sind die Sitzrunde mit Tisch vorn, ein Mittelkonsole-Fahrstand und achtern zwei Relaxsitze, die Chaiselongues ähneln. Die Deutschlandpremiere ist für eine Außenbordmotorisierung konzipiert und hat sogar eine kleine Badeplattform am Heck.

Ein faltbares Festrumpfboot präsentierte Lankhorst Hohorst auf der boot Düsseldorf mit dem LodeStar NSA 3D-V. Das „Airdeck“ dieses RIBs, das in 2,60 und 3,00 m Länge zu haben ist, bildet eine stabile V-Form, wodurch Falten am Bootsboden keine Chance haben. Die V-Form vereint die Performance eines Festrumpfschlauchboots mit dem geringen Gewicht und einfachen Handling eines Lodestar-Airdeck-Modells. Pfiffig: Eine zusätzliche Aufnahme für die Sitzbank erlaubt einen einfachen Wechsel der Sitzposition.

„Weniger Gewicht, weniger Sprit, mehr Speed“ ist das Motto, das bei der Gestaltung des LodeStar-RIBs Console 450 Richtschnur war. In Konsole, Sitzbank und Sonnendeck finden sich sehr geräumige Stauräume, Deck und Aufbauten sind als Monoblock laminiert. Das Konsolenboot eignet sich bestens für Tagesausflüge mit Familie und Freunden.

Das Lodestar-Modell Trimax mit 3D-V-Boden besitzt einen trimaranförmigen Rumpf mit „Speedschläuchen“, was für Auftrieb sorgt und damit hohe Geschwindigkeit erlaubt. V-förmige Profile an beiden Seiten der Schläuche schneiden durchs Wasser und geben enormen „Grip“. Seit 2011 bietet diese Reihe mehr Platz im Boot! Außerdem wurden Aussehen und Ausstattung verbessert.

Speziell für raues Wasser konzipiert werden die Rümpfe des britischen Schlauchbootspezialisten Scorpion, der auf der diesjährigen boot Düsseldorf zum zweiten Mal seine eher luxuriösen RIBs präsentiert hat. (Nicht nur) optisch beeindruckend zeigt sich das als Premiere am Messemontag enthüllte Modell Scorpion Strike: Das neun Meter lange, mit 300-PS-Außenborder motorisierbare Rennboot besitzt die schlanken Linien eines futuristischen Tenders. Dass es sich hier um ein Schlauchboot handelt, ist erst auf den zweiten Blick zu sehen.

Im vergangenen Jahr zeigten die Engländer, die noch einen deutschen Vertriebspartner suchen, am Rhein unter anderem ihr rennerprobtes Spitzenmodell Sting 10m, das seine Leistungsfähigkeit bei prestigeträchtigen Langstreckenrennen wie Round Britain und dem Cowes-Torquay-Rennen unter Beweis stellte.

Die ebenfalls britische Bootsmarke Ribeye bietet das, was man beim Langzeiteinsatz eines Beiboots erwartet – einfaches Anladen am Strand nämlich. Kleinformatige Boote wie diese werden mit größerer Wahrscheinlichkeit auf Strände und Slipanlagen gezogen, da sie Kies, Geröll und harten Untergrund wesentlich besser verkraften als GFK-Rümpfe. Grund dafür ist der Aluminiumrumpf. Kleinere Ribeyes können auf dem Dachgepäckträger transportiert werden, alle Modelle lassen sich in die Davits hängen oder auf der Schwimmplattform verstauen. Hier zu Lande werden die Alu-RIBs zusammen mit Yamaha-Außenbordmotoren angeboten.

Von Haus aus ist Ott Yacht Hersteller von fünf Klassensegelyachten mit sieben bis zehn Metern Länge. Mit dem zur Interboot 2010 als Premiere vorgestellten OPN 610 stellt die schwäbische Werft erstmals ein GFK-Festrumpf-Schlauchboot mit fünf Hypalon-Kammern vor. Optisch lehnt sich das 6,10 m lange RIB an den aktuellen puristischen Tenderlook an, motorisiert wird das ab 49.500 Euro erhältliche Boot wahlweise mit einem 100 oder 143 PS starkem Benzinmotor.

Das Zar Formenti Makó 58 wurde von Nautikpro auf der boot Düsseldorf 2011 als Deutschlandpremiere ausgestellt. Benannt nach dem „For-Sea Makò“, das – von 1985 bis 1996 produziert – Vorläufer für eine Reihe von ZAR-Formenti-Produkten war, ist trotz des Modellnamens kein Remake des Namensvetters. Die scharf geschnittene Rumpflinie und ein neues Schlauchkonzept heben das 5,80 m lange Boot über den üblichen RIB-Standard.

Eine weitere Zar-Neuheit für 2011 ist die 87 Well Deck – mit toller Performance durch den spitz zulaufenden V-Rumpf und „Tunneln“, die das Wasser Richtung Heck verdrängen und Spritzwasser verhindern. Verglichen mit anderen Zar-Modellen weist das 87 Well Deck eine innovative Linienführung aus sanften, fast runden Linien auf. Es ist ein „Open“ mit einer geräumigen Kabine und Badezimmer unter der Konsole. Als „Cabin Cruiser“ kann man es nicht bezeichnen, ein „Walkround“ ist es ebenfalls nicht. Die treffendste Bezeichnung ist wahrscheinlich die Wortneuschöpfung „Walk Inside“.

Auf der Boot Tulln 2011 zeigt der österreichische Anbieter Ems Marine neue e-sea-Schlauchboote: Reduziert aufs Wesentliche präsentiert sich das 4800 SL der SeaLife-Serie. Hinter der mittig platzierten Steuerkonsole findet der Fahrer bequem auf der Sitzbank Platz. Die solide verchromte Steuerkonsole bietet einen idealen Halt für den Navigator an der Seite des Piloten. Das Boot bietet zudem jede Menge Stauflächen.

Der Schlauchkörper des geringfügig größeren 5200 SL besteht aus hochwertigem Valmex. Auch bei einer Maximalbesetzung von zehn Personen an Bord bietet das Boot immer noch genügend Stauraum für längere Bootsfahrten. Die Rücksitzbank ist umlegbar und kann als kleine Liegefläche genutzt werden.

Und die legendäre eierlegende Wollmilchsau gibt es jetzt ebenfalls: Die von Ems Marine angebotene Neuheit namens Multisport kombiniert „die Ruhe des Segelns, den Thrill des Windsurfens, das Erlebnis des Tubings mit dem Spaß des Kajakfahrens“, frohlockt der Anbieter. Das alles passt kompakt in eine Tasche, die man überall hin mitnehmen kann.

Multisport lässt sich in Minutenschnelle vom Segelboot zum Windsurfer, Kajak oder sogar zu einer High-Performance-Tube umbauen. So lassen sich mit bis zu drei Personen an Bord unterschiedlichste Sportarten ohne großen Kostenaufwand beim Equipmentkauf ausprobieren – und man hat für jedes Familienmitglied das Passende dabei. Die Kinder können Tube fahren, die Jugend darf surfen, und die Eltern fahren Kajak oder segeln.