Der internationale Charteranbieter Moorings hat neue Yachttypen in seine Flotte aufgenommen: Insgesamt wird das Angebot um 92 Yachten erweitert, darunter 69 Katamarane. Bei den Einrümpfern handelt es sich um Bénéteau-Yachten der Oceánis-Serie (Moorings 41.3, Moorings 43.3 und Moorings 43.4 genannt) sowie Sun Odysseys von Jeanneau mit 42 respektive 49 Fuß Länge. Die neuen Katamarane sind vor allem Leopard-Modelle aus Südafrika.
Als neuen Törntyp ins Angebot genommen hat Moorings Themenflottillen und die so genannte „Erlebnischarter“. Bei den Themenreisen werden zu festen Terminen Flottillen unter einem besonderen Motto angeboten, darunter „Sailing and Jazz“ ab Santa Lucia und „Sailing and Diving“ in Belize. Spezielle Flottillen gibt es auch für Charternovizen und Familien, wobei jede Flottille von einem Führungsboot mit professionellem Skipper, Techniker und einer Hostess begleitet wird.
Unter dem Namen Moorings Power bietet das nach eigenen Angaben weltgrößte Charterunternehmen Motoryachten und motorisierte Katamarane an. Vermietet werden kraftvolle Motoryachten von 32 bis 47 Fuß Länge auf den Bahamas, den Britischen Jungferninseln, in Griechenland und Mexiko.
Das Flaggschiff ist der 47 Fuß lange Katamaran Moorings Power 474 mit einem gewaltigen Platzangebot über drei Etagen. Der Kat zeichnet sich durch einfaches Handling sowie einen niedrigen Treibstoffverbrauch aus.
Mit der Einführung des neuen Markennamens (2001 wurde das Angebot unter dem Namen Blue Nautic eingeführt) geht auch die Eröffnung der neuen Charterbasis im mexikanischen La Paz einher. Die Sea of Cortez, so der Anbieter, bietet einfache Navigation, gute Ankergründe und ist sowohl im Winter als auch im Sommer ein tolles, geschütztes Revier, wo sich zeitweilig sogar Wale beobachten lassen.
Der Charterexperte Sunsail, zum Reiseanbieter TUI gehörend, ist als Vercharterer ebenfalls global aktiv. Vermarktet werden die Chartertörns über Agenturen wie Master Yachting aus Eibelstadt und KH+P Yachtcharter in Stuttgart. Im 33. Jahr des Firmenbestehens wurden einige neue Reiseziele ins Programm aufgenommen. Eine neue Basis auf den Bahamas bietet sowohl reine Bareboat-Charter (falls gewünscht, kann ein Skipper hinzugebucht werden) als auch Flottillentörns.
Die Basis ist zentral in Marsh Harbour inmitten der Inselwelt der Abacos gelegen. Marsh Harbour ist eine knappe Flugstunde von Miami im Süden der USA entfernt. Die Abacos bieten geschütztes Segeln mit kurzen Distanzen zwischen den Inseln, die mit malerischen Häfen im Kolonialstil und langen, weißen Sandstränden und Schnorchelmöglichkeiten aufwarten – wie geschaffen fürs Familiensegeln. Gesegelt wird dort mit neuen Lagoon-Katamaranen sowie Sun Odysseys von Jeanneau.
Bereits im Herbst hat Sunsail die neue Charterbasis Koh Chang in Thailand eröffnet. Nach Phuket und Koh Samui ist dies die dritte Sunsail-Basis in Thailand. Auch in Langkawi (Malaysia) und Nha Trang (Vietnam) ist der Anbieter vertreten.
Die neue, von Oktober bis April betriebene Basis in Koh Chang befindet sich auf der gleichnamigen Insel. Vom Flughafen Trat ist die Basis eine gute Stunde entfernt. Das Revier selbst ist ein einziger Nationalpark, bestehend aus der Hauptinsel Koh Chang und den Inseln Koh Kut und Koh Mak sowie 50 weiteren kleineren Inseln. Der noch fast unberührte Archipel ist bekannt für Korallenriffe, lange Strände und beeindruckende Wasserfälle.
Neu bei Sunsail ist die Möglichkeit, komplette Proviantpakete im Voraus zu buchen. Dazu werden verschiedene Pakete angeboten. Bei Ankunft befindet sich die Bestellung bereits an Bord der gebuchten Yacht - das lässt mehr Zeit zum Segeln. Die Pakete tragen so lustige Namen wie „Last Orders" (enthält Bier, Wein und Snacks für den ersten Abend für vier Personen), „Early Risers" (Frühstück mit Kaffee, Tee, Milch und Croissants), „Get Going" (kulinarische Grundausstattung von einheimischen Märkten) und „Dine Ashore" (karibische Delikatessen) und „Dine Afloat" mit so viel zum Bunkern, dass die Crew gar nicht mehr von der Yacht heruntergehen muss.
365 weiße, feinsandige Strände, so die Marketinglegende, soll es auf Antigua und der Nachbarinsel Barbuda geben. Auch wenn wir nicht nachgezählt haben: In die Hunderte geht ihre Zahl auf den beiden Inseln, die geografisch zu den Kleinen Antillen gehören, allemal. Neben bewirtschafteten Stränden mit Service und Restaurants finden sich jede Menge einsame Plätze, wo man Robinson spielen kann.
Bummeln lässt es sich am besten in der kleinen Inselhauptstadt St. John’s. Das Städtchen mit seinen temperamentvollen Bewohnern hat eine bewegte Vergangenheit. Der Hafen English Harbour im Süden der Insel war einst Stützpunkt der britischen Seeflotte unter Lord Nelson.
Segler finden in den Gewässern rund um Antigua und Barbuda durch einen ständig wehenden Passatwind beste Bedingungen. Wer sein Können nicht bei der Antigua Classic Yacht Regatta oder der Antigua Sailing Week unter Beweis stellen möchte, kann in den verschiedenen Häfen und Anlegestellen ein Boot mieten und auf dem türkisfarbenem Meer zwischen beiden Inseln kreuzen.
Weit, weit weg reisen lässt es sich mit DMC Reisen: Die süddeutsche Charter- und Mitsegel-Agentur bietet Segeltörns an Australiens Küsten an. Zu Queensland, dem down under so genannten „Sunshine-State“, gehören die 70 Inseln der Whitsunday Islands. Zwischen Airlie Beach, dem Ausgangspunkt der Törns, und dem Great Barrier Reef, erstreckt sich dieses Wassersportrevier besonderer Güte. Der konstante Südost-Passat macht das Segeln hier ganzjährig zum Genuss.
Die Navigation im Inselgewirr ist einfach, denn täglich melden sich alle Yachten per Funk an der Basis zum Briefing. Deshalb können auch weniger geübte Segler selbst als Skipper auf ihrem Boot unterwegs sein. Schwimmen und Schnorcheln im Pazifik, Gerätetauchen am Großen Barriere-Riff, Wasserski und Parasailing sind ebenfalls möglich. Beeindruckend ist ein Rundflug mit dem Wasserflugzeug über die Inseln und das Riff.
Als weiteres Segelrevier auf dem fünften Kontinent bieten sich die Gewässer vor Sydney an, wo die Crews direkt im Stadtzentrum, in Darling Harbour, ihre Charteryachten beziehen kann. DMC-Reisen bietet Yachten, Katamarane und Motoryachten von neun bis 15 Metern Länge an, wobei sich besonders die Kats als ideal für dieses Revier erwiesen haben.
Gänzlich exklusiv geht es bei Logemann Yachting zu. Wer nicht bis zum Frühjahr warten will, um bei Sonnenschein die ehemalige Onassis-Yacht „Christina O.“ für 35.000 Euro pro Tag zu charten, kann mit der 2002 gebauten Segelyacht „Sunday Morning“ exklusiven Segelurlaub im Südpazifik machen. Sechs Gäste können auf dem 23,16 m langen Schiff in drei Doppelbettkabinen untergebracht werden. Die geräumige Innenausstattung bietet höchsten Komfort an Bord, und natürlich sind alle Kabinen mit separatem Bad ausgestattet. Kostenpunkt: 23.000 US-Dollar zuzüglich Nebenkosten.
Wer die Offerten unterschiedlicher Anbieter vergleichen will, ist mit den einschlägigen Internetportalen wie dem deutsch-österreichischen Unternehmen yachtkompass.com und dem aus einem Hochschulprojekt entstandenen Charterportal rentabo.com gut bedient.
Der Arbeitskreis Charterboot (AKC), ein Zusammenschluss deutscher Charterunternehmen im Bundesverband Wassersportwirtschaft (BWVS), bietet umfangreiche Informationen für angehende Charterskipper. Auf der Internetseite charterboot.net können per Mausklick passende Angebote, differenziert nach gewünschtem Bootstyp, Reviertyp (Binnen oder Küste) und dem gewünschten Revier, herausgesucht werden.
Praktisch zum Einlesen ist auch das immer wieder aktualisierte Charterbrevier in Broschürenform, das direkt beim ACK erhältlich ist. Das Heft bietet Revierinformationen und praktische Ratschläge fürs Leben an Bord. Wo benötigt man welche Kleidung? Welches Werkzeug und welche Ersatzteile sollte man vorsorglich einpacken? Was ist bei der Ausstattung der Bordküche zu beachten? Und sogar dies: Welche Art Shampoo eignet sich auf (dem) See am besten?
Allen, die nicht bis zum Frühling warten wollen, um aufs Wasser zu gehen, empfehlen wir: Erst lesen und buchen, dann den Seesack packen und abfahren.
Text: Stefan Gerhard