„Klare Infos in XXL“ ist das Motto, mit dem Garmin sein neues Chartplotter-Flaggschiff GPSmap 5015 vorstellt. Das größte Multifunktionsdisplay des Bordinstrumentenherstellers ist mit einem in der Diagonalen 38,1 cm (sprich 15 Zoll) messenden Touchscreen ausgestattet, das eine intuitiv nutzbare Benutzeroberfläche beherbergt. Das seit April für 6.990 Euro angebotene Luxusgerät steckt – als wahrer Kaventsmann unter den Kartenplottern – in einem eleganten und robusten Aluminiumgehäuse, das sich gut in das Design moderner Motor- und Segelyachten einfügt.
Wie alle aktuellen Chartplotter von Garmin wird die Neuheit standardmäßig mit einer weltweiten, auf Satellitenbildern basierten Karte ausgeliefert. Ergänzend sind detaillierte digitale Seekarten auf SD-Karten für alle wichtigen Fahrgebiete weltweit zu haben. Eine realistische Seefahrerperspektive über Wasser sowie auch den Blick unter Wasser lassen sich in 3-D-Darstellung realisieren – virtuelle Räume aus der Wirklichkeit gewissermaßen.
Sonar- und Radarsignale lassen sich mit dem 5015 ebenso ausgeben, wie Videobilder (beispielsweise von einer Kamera im Maschinenraum), AIS- und DSC-Funkanlagendaten. Sogar Durchflussmengensensoren wie das neue Garmin GFS 10 und der Hochleistungs-GPS-Empfänger GPS 17x – beide seit März lieferbar – lassen sich über die aktuellen Multifunktionsdisplays des US-Herstellers ihre Daten entlocken.
Ebenfalls seit April ist Garmin mit dem GPSmap 4010 auf dem Markt: Das Multifunktionsdisplay dieser neuen gehobenen Mittelklasse besitzt eine Bildschirmdiagonale von 26,4 cm und eignet sich damit für mittelgroße Yachten als Zentrale eines umfangreichen Marinenetzwerks. Auf dem SVGA-Monitor lassen sich Seekarten und Radarbilder auch bei Sonnenlicht gut betrachten.
Zusätzlich hat das Gerät acht „Soft Keys“ genannte Bedienungsknöpfe mit kontextabhängig wechselnder Beschriftung: Die Funktion auf dem Display ändert sich also in Abhängigkeit zum Menü – klingt kompliziert, ist in der Praxis aber erfrischend einfach. Ähnlich einem Pkw-Navigationssystem sind bei dem für 2.265 Euro angebotenen System auch Routenvorschläge möglich.
Wer es einfacher liebt, ist mit dem digitalen Display GMI 10 gut bedient, das sich in die meisten Bordnetzwerke einbinden lässt. Daten wie Geschwindigkeit, Wassertiefe, Temperatur, Wind und Treibstoffkapazität lassen sich sowohl in manuellem wie automatischem Durchlauf auf dem 3,5-Zoll-Farbdisplay anzeigen. Damit setzt Garmin darauf, als Systemanbieter für Komplettlösungen an Bord wahrgenommen zu werden.
Raymarine ist da schon einen Schritt weiter: Raymarine C heißt das Marineelektroniksystem, das in Zukunft bei allen neu gefertigten Motoryachten der Marken Nimbus, Storebro und Paragon standardmäßig eingesetzt werden soll. Anfang Juni wurde diese Vereinbarung zwischen der schwedischen Edelwerft Nimbus und Raymarine bekannt.
Kurz zuvor hat Eissing als deutscher Distributor das neue Navigationssystem von Raymarine vorgestellt. Diese G-Serie fungiert als vollständige Multifunktionslösung für den Steuerstand – mit, so verspricht es das in Emden ansässige Unternehmen, „unvergleichlichen“ Möglichkeiten der Visualisierung. Das System ist modular aufgebaut, wobei das GPM 400 mit Hochgeschwindigkeitsprozessor und vorinstallierten Navionics-Platinum-Seekarten die Zentrale bildet.
Das Audio-Video-Modul GVM 400 erlaubt die Einspeisung von bis zu vier Quellen wie Kameras (für Übersicht auf großen Schiffen) und Satellitenfernseher (gegen Heimweh in der Karibik). Außerdem sind Fishfinder- und AIS-Empfänger-Module und eine kabelfreie Tastatur erhältlich. Bordmonitore mit Bilddiagonalen von 12 bis 19 Zoll sorgen dafür, dass die per Sensorik erfassten Daten – von Radar- über Plotter- (auch 3D-Karten) und Fischfinder- bis zu Video- und AIS-Daten – auch am Steuerstand zu sehen sind.
Auch die italienische Firma Geonav setzt auf kompakte Lösungen: Der wasserdichte GPS-Kartenplotter Geonav G3 ist mit 110 Gramm Gewicht, vier Bedienknöpfen, einem Joystick und dem An/Aus-Schalter sehr übersichtlich. Im 2,2-Zoll-Sichtfenster lassen sich außer Navionics-Gold-Seekarten auch die Platinum- sowie die Land & See-Karten von Navionics anzeigen. Der Verkaufspreis für den Geonav G3 liegt bei 475 Euro – ohne Kartografie.
Die Software PC-NAV liefert Tools zur Navigation auf See, die sich auf dem Windows-Laptop in Verbindung mit einer externen GPS-Antenne nutzen lassen – sogar mit einer Routensimulation. Die Italiener komplettieren damit ihre Software-Reihe, die bisher die „Power“, „Wind“ und „Fish“ genannten Elemente umfasst.
Auch seinen Kartenplottern hat Geonav neue Funktionen verpasst. Ab sofort sind alle Neugeräte der Serie Geonav 5 Touring und 7Wide Net ohne Aufpreis voll AIS-fähig. Um die Funktionen zu nutzen, wird lediglich ein externer AIS-Empfänger wie Easy-AIS und eine UKW-Antenne benötigt, was auf den meisten größeren Yachten bereits vorhanden ist.
Alle bisherigen Modelle des 5 Touring und des 7 Wide können per Softwareupdate ebenfalls AIS-fähig und kompatibel mit Platinum+ von Navionics gemacht werden. Das Update ist kostenlos und kann von der Geonav-Webseite auf eine Compact-Flash-Karte mit mindestens 128 MByte geladen werden.
Furuno stellte kurz nach Jahresbeginn (wir haben in der April-Ausgabe berichtet) das Navigationssystem NAVnet 3D vor. Das seit April erhältliche Gerät verfügt über 3D-Seekarten, die frei gedreht und aus jedem Blickwinkel betrachtet werden können. Die speziell für das NAVnet 3D entwickelten, Mapmedia genannten Karten sind sowohl im Raster- als auch Vektorformat zu haben. Satellitenbilder können – wie bei der Konkurrenz – über die elektronischen Karten gelegt werden und erleichtern so die Orientierung.
Das NAVnet-3D-System läuft in friedlicher Koexistenz mit bestehenden Instrumenten und Sensoren. Ergänzend zu Radar- und Kartendaten können Grafikecholot-, AIS- und Wetterdaten sowie Instrumenten- und Maschineninformationen dargestellt werden. Die Steuerung erfolgt dabei per Drehknopf oder über eine angeschlossene USB-Maus.
Der im englischen Bristol ansässige Hersteller Digital Yacht, spezialisiert auf PC-Systeme für Wassersportler und Bootfahrer, hat einen neuen mobilen Chartplotter in Form eines Handheld-Rechners vorgestellt. Das mit Plotterfunktionen, GPS und einem GSM-Modul zum Telefonieren ausgestattete Modul namens Airo besitzt ein 2,8-Zoll-Farbdisplay, das dank Touchscreen zugleich als Eingabeeinheit für das auf Windows Mobile basierende System fungiert. Einen deutschen Händler gibt es noch nicht.
Der französische Anbieter MaxSea setzt auch auf PC-Kraft – und verspricht mit seinem Paket aus der PC-Navigationssoftware MaxSea und einem kompletten Satz amtlicher Seekarten eine Komplettlösung für 599 Euro. Die MapMedia-Rasterkarten des Easy-Pakets bieten das gleiche Erscheinungsbild wie die originalen amtlichen Papierkarten. So arbeitet man mit Karten, die ein gewohntes Erscheinungsbild zeigen. Für den jeweiligen Bereich enthalten die MapMedia-Kartensätze die Karten verschiedenster Maßstäbe von der Revierübersicht bis zu detaillierten Hafenplänen.
Das System ist ausbaubar: Das Routing-Modul von MaxSea verknüpft die Navigationsdaten mit der Wettervorhersage und den aktuellen Strömungsdaten, um den sichersten Kurs zu berechnen und Starkwindzonen zu meiden. Ein AIS-Modul schützt vor Kollisionen, und eine Simulationsfunktion erlaubt es, einen Törn schon zu Hause vorzubereiten.
Der italienische Anbieter Navionics, nach eigenen Angaben Marktführer bei elektronischer Kartografie und Navigation, hat angekündigt, dass zahlreiche Kartenplotter des Herstellers Lowrance ab sofort mit dem Platinum-Kartenmaterial verwendet werden können. Dafür sorgt ein Firmware-Update, also eine Aktualisierung des „Betriebssystems" der Kartenplotter, das von der Lowrance-Website kostenlos heruntergeladen werden kann.
Anschließend lassen sich unter anderem die dreidimensionale Darstellung, Satellitenfotos als Overlay, Panoramafotos von Häfen und Marinas, Hafenhandbücher und alle anderen, in den Navionics-Platinum-Karten hinterlegten Informationen nutzen. Das im Navionics-XL3-Format angebotene Kartenmaterial selbst, das auch in Plottern zahlreicher anderer Hersteller wie Garmin, Geonav und Raymarine eingesetzt werden kann, ist für rund 350 Euro erhältlich.
Die allerneueste Version des elektronischen Kartenmaterials von Navionics ist seit Mitte April auf dem Markt: Platinum+ heißt das neue Flaggschiff. Basierend auf den Platinum-Karten wurden bei der knapp 600 Euro teuren Software extrem hoch auflösende Fotos und eine dreidimensionale Tiefendarstellung auf dem aktuellsten Stand der Bildtechnik integriert. Satellitenbildern und Luftaufnahmen besitzen in der Überlagerungsansicht mit den Karteninformationen eine Auflösung, die im Vergleich zum Vorgänger Platinum um den Faktor 4 höher ist.
Die Panoramaaufnahmen von Marinas, Häfen und Hafeneinfahrten sind jetzt in XGA-Auflösung mit 1.024 x 768 Bildpunkten darstellbar. Beim 3D-Tiefenprofil wurde die Anzahl der Messpunkte stark erhöht, um ein differenzierteres Bild der Untergrundbeschaffenheit zu erhalten.
Alle Regionen, für die Navionics bisher XL3-Karten anbietet, wird das neue Kartenwerk auf SD- oder CF-Speicherkarten mit acht Gigabyte Kapazität erhältlich sein. Derzeit können die Kartenplotter von Geonav, Humminbird und Raymarine im vollen Umfang Informationen aus Platinum+ anzeigen, weitere Hersteller werden folgen.
Seit März erhältlich sind die kleineren S2-Seekarten im Gold-Format für das Fahrgebiet Europa. Diese Karten sind zugeschnitten auf Eigner, die kleinere Touren unternehmen. Die neuen, 149 Euro günstigen S2-Karten zeigen unter anderem Strömungen und Tideninformationen an, dazu Wissenswertes zu Häfen, Wracks und Serviceeinrichtungen. Da auf CF- oder SD-Card gespeichert, sind keine Installation von CD, Downloads oder die Eingabe von Freischaltcodes notwendig.
Auch beim Kompass geht es digital zu: Einen neuen Hochleistungs-Gyro von B & G im Miniformat stellt Navico vor. Dieser Kompasssensor eliminiert störende Einflüsse, die beispielsweise durch das Stampfen eines Boots entstehen können. Von den deutlich exakteren Werten profitiert eine ganze Reihe von Instrumenten an Bord, etwa der Windgeschwindigkeits- und Windwinkelmesser.
Durch das Hinzufügen von Kardanringen zum Kurssensor entstand ein Kompass, der den wahren Kurs unabhängig vom Steuerwinkel oder Seegang anzeigt. Durch integrierte Steuer- und Trimmsensoren bietet sich dem Navigator ein vollständiges Bild vom Setup seines Schiffs, auch auf Cruising-Yachten mit Selbststeueranlage.