Fit für den Frost
Wenn Sie nicht zufällig Eissegler sind oder ein Wohnboot besitzen, ist es jetzt an der Zeit, ein trockenes Plätzchen für die Motoryacht oder das Segelboot zu suchen. Einen Ort fürs Winterlager und das kostenpflichtige Refit vom Fachmann zu finden, ist nicht allzu problematisch. Dabei ist es gar nicht schwer, selbst Motor, Bordinstallationen und Segel für den Winter vorzubereiten.Es geht dem Saisonende entgegen, und mit dem Anlegen nach dem letzten sonnigen Törntag steht die Entscheidung an, die Saison zu beenden. Damit ist auch Schluss für den Motor bis zum nächsten Frühjahr. Ein Boot mit Innenborddieselmotor, das zum Lagern in die Halle geht, kann mit einfachen Mitteln selbst fit für die kalte Ruhephase gemacht werden.
Schon vorm Abschalten des Motors fängt korrektes Einwintern an: Wenn das Boot mit noch laufender Maschine fest am Pier oder in der Box liegt, gibt man noch einmal kurz und kräftig Gas und spritzt, so der Tipp von Lothar Steinkamp, Chef des DMV-Motorenservice in Rastede, mit der Ölkanne einige Spritzer Schmieröl in den Ansaugkanal (ohne Luftfilter). Danach wird der Motor über den Stoppzug abgestellt. Nun ist Ruhe im Schiff!
Bevor wir mit dem Einmotten der Antriebsanlage beginnen, kommt Grundregel 1 zur Anwendung: Ein Schreibblock gehört auf die Back, damit jede Maßnahme vorm Ausführen schriftlich fixiert werden kann. Damit hat man ein Konzept und weiß auch noch im Frühjahr, was wie eingemottet wurde.
Der Dieselmotor besteht aus fünf Systemen, für die Motorenexperte Steinkamp eine Eselsbrücke anbietet: Das Wort B O W L E steht für B wie Brennstoff, O wie Öl (na ja, annähernd), W wie Wasser, L wie Luft und E wie Elektrik. „Wenn man an Bord kommt und BOWLE geprüft hat“, so Steinkamp, „kann man sorglos losfahren. „Dieses Zauberwort führt einen immer wieder kurzfristig zum Erfolg.“Zunächst B wie Brennstoff: Wichtig ist, dass sich kein Wasser im Brennstofftank befindet; hier liegt oft eine Gefahr an Bord – durch Durchrosten oder Fehlfunktion. Den Tank komplett aufzufüllen, hilft zumindest gegen Schwitzwasserbildung. Wenn man regelmäßig den Filtereinsatz wechselt, hat man auch das Problem von Verunreinigungen im Blick.
O wie Öl: Hier gibt zwei Wartungsphilosophien. Die eine geht so: Man wechselt zum Einmotten das Schmieröl einschließlich Filtereinsatz, und der Motor ist befreit von altem Öl und Schwebestoffen, die sich sonst über Winter am Ölwannenboden ablagern. Der Nachteil bei dieser Methode ist, dass das neue Schmieröl, bei einer gewissen Feuchtigkeit in der Umgebung, diese aufnimmt und im Frühjahr damit belastet ist. Außerdem ist der Mensch von Haus aus träge, weiß Steinkamp: „Zum Ende der Saison hat man nicht die größte Laune, auch noch Schmierölwechsel zu machen.“ Zu Saisonbeginn macht das, mit der Aussicht auf den Saisonstart, schon mehr Spaß.
Text: Stefan Gerhard
Den vollständigen Text lesen Sie in der gedruckten Ausgabe 11/2009 des Bootshandel-Magazins.