Nicht ganz dicht?

02/2010

Nicht ganz dicht?

Schlauchboote bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten – nicht nur als Beiboote. Egal, wie Luftboote eingesetzt werden: Ohne ausreichenden Druck im Schlauch taugen diese Wasserfahrzeuge nichts. Außer Löchern und Rissen gibt es auch andere Undichtigkeiten, die es in sich haben.

Neue Schlauchboote, die beim ersten Urlaubseinsatz ohne ersichtlichen Grund schlapp machen, verderben schnell den Spaß an diesem Bootstyp. Gerade bei größeren Modellen ist tägliches Nachpumpen lästig und nicht akzeptabel, denn der Stand der Technik lässt eine einwandfreie Verarbeitung zu.


Luftdruckschwankungen und die Außentemperatur machen sich zwar auch bei der Schlauchfüllung bemerkbar; was aber tun, wenn bei gleich bleibenden Umgebungsbedingungen der Schlauch immer wieder in die Knie geht? Ein Lecksuchspray oder einfache Seifenlauge können eingesetzt werden, um der Ursache dafür auf den Grund zu gehen. Damit zeigt sich schnell, wo an undichten Stellen Luft entweicht. Kleine Sandkörner in den Ventilgewinden können eine Ursache sein.


Wenn tatsächlich eine Naht undicht ist: Finger weg von eigenen Klebeversuchen! Vor allem, wenn das Boot noch in der Garantiezeit ist. Erster Ansprechpartner ist der Händler, mit dem man gleichzeitig klären sollte, wer die Reparatur durchführt. Will er diese in seiner eigenen Werkstatt machen, stellt sich die Frage, ob er ein Fachmann für diese Arbeiten ist und über die notwendigen Werkzeuge verfügt. Entsprechende Zusagen sollte sich der reklamierende Kunde unbedingt schriftlich geben lassen. Spezialisten für Schlauchbootreparaturen sind nämlich selten.


Ist nach einer solchen Reparatur der Schlauch zwar dicht, sind aber die Nachbesserungsarbeiten sichtbar, bedeutet dies einen Wertverlust: Denn beim Weiterverkauf ergibt sich Erklärungsbedarf. Schlimmer ist es, wenn Nachbesserungsarbeiten erfolglos bleiben, stümperhaft ausgeführt sind oder der Fehler nach kurzer Zeit wieder auftritt. Ein enttäuschter Kunde sollte dann unbedingt unabhängigen fachmännischen Rat einholen.
Bei gebrauchten Schlauchbooten sollte man, obwohl Hersteller und Fachhandel Reparatursätze anbieten, vor allem größere Flickarbeiten den darauf spezialisierten Werkstätten überlassen – nicht nur aus optischen Gründen, sondern vor allem für den Werterhalt des Boots. Besonders bei höherpreisigen Modellen kann sich eine nicht fachmännische Reparatur beim Wiederverkauf finanziell schmerzhaft bemerkbar machen.


Ein Kaufinteressent wird auch ohne sichtbare Reparaturstellen immer danach fragen, ob die Schläuche dicht sind und – wenn er gut beraten ist – sich diese Aussage im Kaufvertrag bestätigen lassen. Bei teureren Objekten bietet es sich ohnehin an, das Boot von einem Experten auf Mängel und Schwachstellen überprüfen zu lassen, was die etwaig vorhandene Motorisierung mit einschließen sollte.


Probesitzen und eine Testfahrt sind sowohl beim Kauf eines neuen Schlauchbootes wie bei Gebrauchten sinnvoll. Mancher groß gewachsene Mensch kann so rechtzeitig feststellen, ob der Steuerstand für ihn zu niedrig ist oder die Beine zu lang für den Raum zwischen Sitzbank und Staufach sind. Und, was für alle Boote gilt: Die wirklichen Fahreigenschaften erfährt man nicht aus dem Verkaufsprospekt, sondern nur auf dem Wasser.

Text: Evelyn Breuer 

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