Eimer als Stabilisator

05/2012

Eimer als Stabilisator

Nicht jeder Ankerplatz ist so ruhig, dass eine Yacht vom Schwell verschont bleibt und nicht schwankt. Das Hin und Her in der Dünung raubt vielen Crews an einem „rolly“ Ankerplatz den Schlaf, und manchem Bordgast rebelliert gar der Magen.

Abhilfe oder zumindest eine deutliche Verbesserung lässt sich mit einem simplen Plastikeimer schaffen. Zuerst fiert man den Spinnakerbaum waagerecht und im 90-Grad-Winkel vom Rumpf ab. An die Baumnock wird der Eimer an einem so langen Tampen gebunden, dass er gut unter Wasser zu schwimmen kommt.
Damit er untergeht und nicht an der Oberfläche aufschwimmt, legt man einen dicken Stein zum Beschweren in den Eimer. So angebracht bremst der „Eimer-Stabilisator“ recht wirkungsvoll die Rollbewegungen der Yacht ab. Falls diese Maßnahme noch nicht reicht, kann man auf der anderen Bordseite einen weiteren Eimer ausbringen.

Auf großen Motoryachten und auf Kreuzfahrtschiffen kommen statt des Eimers richtige Stabilisatoren zum Einsatz, wobei das Prinzip aber ziemlich ähnlich ist.

Text: Hans Mühlbauer