Parker 660 Weekend

05/2012

Parker 660 Weekend

In den 1970er-Jahren kam der Brite Philip Scott nach Polen, um Boote zu bauen. Heute ist seine Werft der landesweit größte Hersteller von RIBs. Mit der Parker 660 Weekend stellt Scott das erste GFK-Freizeitschiff vor – in 100 % polnischer Wertarbeit.

Unser Testboot bietet gute Proportionen, ohne extravagant zu wirken. Hinter dem kurzen Vorschiffsdeck schließt sich ein großes, dank umlaufender Fensterflächen sehr helles Deckshaus an, dessen Vorderfront im skandinavischen Stil leicht schräg angelegt ist. Ein kleiner Überhang im Dach bietet Schutz vor Sonne und Reflexionen bei den Instrumenten – eine einfache Maßnahme mit effektiver Wirkung.

Parker hat viele solche sympathische Lösungen integriert, die ich bei einem Boot dieser Größe zuvor nicht gesehen habe. Ein Beispiel dafür ist der zweite Steuerstand in der Plicht – eine sehr nützliche Sache für Fahrgebiete, wo das Wetter schnell umschlagen kann.

Technische Daten

Länge6,60 m
Breite2,50 m
Tiefgang0,37 m
Gewicht1300 kg
MotorMercury Mercury 150 EFI mit 150 PS (112 kW)
Maximal-Crew6
CE-KategorieB (küstenferne Gewässer)
Vom RIB-Bau hat die Werft die Erfahrung im Rumpfdesign übernommen. Wenn die 660 Weekend zu gleiten beginnt, spürt man, dass der Kielbereich des Boots mit den Parker-RIBs verwandt ist. Das tiefe V im Bug sorgt für stabilen und trockenen Geradeauslauf, während die flacher angelegte Hecksektion Stabilität bei Langsamfahrt bringt.

Unser Testschiff ist mit einem brandneuen, erstmals in Polen montierten Mercury 150 EFI ausgestattet. Mit fünf Personen auf dem Schiff und vollem Tank erreichen wir später maximal 30 Knoten bei 5.000 U/min. Bei nur zwei Personen auf der 660 Weekend sind es zwei Knoten mehr. Durch die Motorisierung per Außenborder sind scharf gefahrene Kehren kein Problem. Bei hohem Tempo verringern sich in engen Kurven Tempo und Drehzahl, doch der Prop kavitiert zu keiner Zeit. Bei Fahrt achteraus giert nichts.

So viel zu den Fakten, doch wie „fühlt“ sich die Parker 660 in Fahrt an? Am Innensteuerstand, ausgestattet mit komfortablem Flip-Up-Sitz, habe ich alles im Blick – in alle Richtungen, bei jedem Tempo. Die Knöpfe und Anzeigen erreiche ich kinderleicht. Es ist kaum möglich, hier etwas Kritikwürdiges zu finden.

Text: Arek Rejs

Den vollständigen Testbericht lesen Sie in der Printausgabe des Bootshandel-Magazins vom Mai 2012