Monachus Pharos 45

07/2010

Monachus Pharos 45

Das italienisch inspirierte Lobsterboot aus Kroatien, das genau vor einem Jahr in Split Premiere hatte, ist endlich in Deutschland verfügbar. Wir nahmen eines der ersten Exemplare der 45-Fuß-Yacht im Retrolook vor Neustadt in Holstein unter die Lupe.

Die 13,85 m lange Pharos 45 orientiert sich mit hohem Steuerhaus, schlankem Rumpf und scharf geschnittenem Bug am US-Original, und das ist auch gut so. Man muss das Rad schließlich nicht neu erfinden. Unsere 4,20 m breite, zwölf Tonnen verdrängende Testyacht kommt gut mit den Bedingungen auf der leicht bewegten Ostsee in der Lübecker Bucht zurecht. Die Monachus fährt sich wie ein Schiff und läuft dabei wie auf Schienen.

Dreiviertelmeterhohe Wellen durchschneidet der scharfe, leicht ansteigende Bug mit einem sanften Nicken. Seitliche auftreffende Wogen werden nur mit dürftigen Rollbewegungen quittiert. Die Seefreundlichkeit bei wirklichen Rauwasserbedingungen lässt sich dadurch erahnen.


Im Heck arbeiten zwei Cummins-Diesel aus der Quantum-Serie mit Wellenantrieb. Die beiden Reihensechszylinder generieren bei 3.000 U/min je 425 PS (313 kW) aus 5,9 Litern Hubraum. Die Zwillinge haben kein Problem damit, das Boot auf die Tagesbestmarke von 32,3 Knoten zu beschleunigen. Werftseitig werden 30 Knoten versprochen. Das ist ein guter Wert. Doch das können andere auch. Viel erstaunlicher sind Verbrauch und Reichweite der Monachus 45. Bei Marschfahrt verbrennen beide von einem Turbolader beatmeten Selbstzünder nur 51 Liter Diesel pro Stunde. Bei 2.000 U/min und einem Tempo von fast 18 Knoten bedeutet das gut 28 Stunden Autonomie oder 500 nautische Meilen Reichweite.


Für Eigner, Gäste und die Crew ist bis auf kleine Details alles optimal durchdacht. Zwei Dinge sind uns aufgefallen, die fehlen. Und eins, was zu optimieren ist. Vermisst haben wir seitliche Schiebetüren am Steuerstand und am Platz des Kopiloten, um einfach auf das Gangbord zu gelangen. Auch wirksame Türmagnete oder Feststeller wären gut. Verbessert werden sollten die Deckel der Backskisten, die zu weich geraten sind. Alle drei Dinge sind ohne großen Aufwand nachrüstbar. Insgesamt ist das Boot nämlich ein guter Wurf in solider Bauqualität mit hochwertiger Ausstattung sowie exzellenter Handhabbarkeit. Das Prädikat der Einhandtauglichkeit verleihen wir damit gerne.


Hari Tabac ist mit der Monachus Pharos 45 ein standesgemäßer Einstand in die 40-Fuß-Klasse der Lobsterboote gelungen. Handling, Ausstattung und Qualität des Retro-Designs bewegen sich auf dem hohen Klassenniveau.

Text: Uwe G. Meiling

Den vollständigen Bootstest lesen Sie in der gedruckten Ausgabe  7/2010 des Bootshandel-Magazins 

Technische Daten

Länge13,85 m
Breite4,20 m
Tiefgang0,95 m
Gewicht11500 kg
Motor2 x Cummins QSB 5.9 mit je 425 PS (2 x 313 kW)
Maximal-Crew10
CE-KategorieB (küstenferne Gewässer)
Preis498000.- €

In der Februar-Ausgabe

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