Marinekart 338

08/2010

Marinekart 338

Als schnell, ultraleicht und mit pfiffigen Ideen versehen präsentierte sich uns die schweizerische Kleinbootpremiere Marinekart. Als erstes Bootsmagazin in Deutschland hatten wir die Gelegenheit, das cool gestylte Spaßboot einem Praxistest zu unterziehen.

Das in der Schweiz in Vakuumtechnologie gefertigte Epoxy-Boot ist mit 49 kg Gewicht ohne Motor das mit Abstand leichteste Festrumpf-Motorboot auf dem Markt. Wird der Marinekart auf dem Autodach transportiert, gilt es nur, die Zurrgurte zu lösen und nach dem Umdrehen des Rumpfs die Platz sparend abgewinkelte Steuerkonsole auszuklappen.


Damit man als Pilot nicht die Pinne führen muss, sondern per Lenkrad steuern kann, kommt ein patentiertes Fernschaltungs-Kit zum Einsatz, das an den jeweiligen Elektromotor über Benziner angepasst ist. Mit ungestümer Kraft schiebt uns der 6-PS-Mercury über die Gleitschwelle. Die Geräuschkulisse ist dabei durchaus gewöhnungsbedürftig. Die Drahtsteuerung gibt alle Lenkbefehle des kleinen Steuerrads an die Pinne weiter. Allein die Lenkung selbst ist bei unserem Testboot, wie vom Entwickler angekündigt, etwas schwergängig.


Der aus unsinkbaren Sandwichelementen gefertigte Katamaran-Rumpf offenbart ein sehr sicheres Fahrverhalten; eine Kränkung ist auch bei Kurvenfahrten kaum wahrnehmbar. Wir fahren die Kurven allerdings auch nicht so extrem wie bei anderen, „großen“ Motorbooten. Denn beim Maximaltempo fühlt sich die Fahrt mit dem Marinekart – auch bei nur sechs PS Motorleistung – wie der Ritt auf einer Kanonenkugel an. Man sitzt in dem einfachen, aber bequemen Doppel-Schalensitz doch sehr weit oben, dass Zentrifugalkräfte hier bei achtloser Fahrweise bestens angreifen könnten.


Besonders angenehm, da leise und schubstark, ist die Fahrt mit dem E-Motor. Der Torqeedo Cruise 4.0 R hat eine Wellenleistung von 3,5 kW und liegt damit knapp unter der Führerscheingrenze von 3,68 kW (5 PS). Mit dem Torqeedo erreichten wir maximal 13,5 kn, mit dem 6-PS-MerCruiser waren es immerhin 16,5 kn, also mehr als 30 Stundenkilometer.

Als das wahre Volksboot empfiehlt sich der Marinekart 338 vor allem wegen seines extrem einfachen Handlings beim Transport über Land. Die Kosten für den Trailer und dessen Stellplatz und der Aufwand fürs Slippen entfallen vollständig, einen ausreichend großen Mittelklasse-PKW vorausgesetzt. Der Anschaffungspreis von 6.480 Euro für das Boot ohne Motor relativiert sich angesichts der kaum ins Gewicht fallenden Nebenkosten.

Text: Stefan Gerhard

Den kompletten Artikel lesen Sie in der August-Ausgabe des Bootshandel-Magazins