Jeanneau Prestige 60

05/2010

Jeanneau Prestige 60

Die Franzosen kommen – mit der zum europäischen Powerboot 2010 gekürten Prestige 60. In der Kategorie Yachten über 50 Fuß setzte sich die Luxusyacht aus Les Herbiers gegen die Konkurrenz von Fairline, Itama und Sessa durch. Um das Wahlergebnis zu überprüfen, haben wir die Gelegenheit zum Test an der Cote d’Azur vor Nizza genutzt.

Zu Recht den Wettbewerb gewonnen hat die 19,50 m lange Luxusyacht, was den Kaufpreis betrifft: Das Powerboat of the Year wird zum Powerpreis in Deutschland von 1.166.200 Euro angeboten. Als gut ausgestattete Basisversion, versteht sich. Ein paar Zehntausend kommen durch elektronische Extras, die das Leben komfortabler machen, schnell noch dazu. Doch mit Ausbau, Fly und Ausstattung ist das Flaggschiff der Prestige-Baureihe so gut wie komplett. Auch das IPS-System von Volvo Penta verursacht keine Mehrkosten, denn das ist serienmäßig.


Im engen Stadthafen von Nizza beeindruckt die 5,10 m breite, 7,78 m hohe Prestige 60 durch ihre schiere Größe und den glänzenden GFK-Sandwichrumpf, der im Vakuuminjektionsverfahren hergestellt wird. Das Handling des Schiffs im stets vollen Hafen von Nizza ist gut. Mit Hilfe des IPS-Systems, der Doppelmotorenanlage und des Bugstrahlruders lässt sich die große Yacht auf dem Teller drehen. Doch wie macht sie sich auf See?


Im Salon auf dem Hauptdeck befindet sich – sechs Meter lang, vier Meter breit und 2,15 m hoch – das wohnliche, lounge-ähnliche und Licht durchflutete Zentrum der Yacht. Viel Licht dringt durch das umlaufende Fensterband, über Dachluken und das aufpreispflichtige Sonnendach. Ebenfalls von oben lässt sich ein 32 Zoll großer Flachbildschirm zum Fernsehgucken absenken. Der Raumeindruck ist großzügig, die Übersicht gut. Im Salon, der in 16 verschiedenen Varianten erhältlich ist, stellt sich ein behagliches Gefühl ein – trotz ruppiger Bedingungen, die die See am Testtag vorgibt.


Vor der Küste ist der Seegang auf vier bis fünf Meter Wellenhöhe gewachsen. Regen prasselt auf die Windschutzscheibe, die Scheibenwischer verschaffen Durchblick. Am Horizont ist es dunkelgrau. Kurs Südost. Direkt gegenan. 18 Sekunden vergehen, bis die Yacht auf 21 Knoten beschleunigt. Marschfahrt. Der Bug ragt jetzt imposant nach oben, wobei die Hecksee gut einen Meter misst. Dank des geneigten Vordecks bleibt die Sicht voraus gut.

Technische Daten

Länge19,50 m
Breite5,10 m
Tiefgang1,32 m
Gewicht23000 kg
Motor2 x Volvo IPS 900 mit je 700 PS (je 515 kW)
Maximal-Crew14
CE-KategorieB (küstenferne Gewässer)
Preis1166200.- €
Die mit der CE-Kategorie B für küstenferne Gewässer zertifizierte P 60 ist konstruktiv ein guter Wurf und lässt sich dabei ganz individuell einrichten und ausstatten. Einige wenige Nachlässigkeiten sind leicht zu beheben – und mehr als die erwähnten Details sind es nicht. Bauausführung und Qualität stimmen: Gerade was die technischen Installationen und Oberflächenbehandlung „hinter den Kulissen“ betrifft, hat Jeanneau sich deutlich weiterentwickelt. Letztlich überzeugt die Prestige 60 auch wegen des günstigen Einstandspreises und gutmütigen Verhaltens auf See.

Text: Uwe G. Meiling; Foto: Kerstin Zillmer
 
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