Jeanneau Prestige 60
Die Franzosen kommen – mit der zum europäischen Powerboot 2010 gekürten Prestige 60. In der Kategorie Yachten über 50 Fuß setzte sich die Luxusyacht aus Les Herbiers gegen die Konkurrenz von Fairline, Itama und Sessa durch. Um das Wahlergebnis zu überprüfen, haben wir die Gelegenheit zum Test an der Cote d’Azur vor Nizza genutzt.Zu Recht den Wettbewerb gewonnen hat die 19,50 m lange Luxusyacht, was den Kaufpreis betrifft: Das Powerboat of the Year wird zum Powerpreis in Deutschland von 1.166.200 Euro angeboten. Als gut ausgestattete Basisversion, versteht sich. Ein paar Zehntausend kommen durch elektronische Extras, die das Leben komfortabler machen, schnell noch dazu. Doch mit Ausbau, Fly und Ausstattung ist das Flaggschiff der Prestige-Baureihe so gut wie komplett. Auch das IPS-System von Volvo Penta verursacht keine Mehrkosten, denn das ist serienmäßig.
Im engen Stadthafen von Nizza beeindruckt die 5,10 m breite, 7,78 m hohe Prestige 60 durch ihre schiere Größe und den glänzenden GFK-Sandwichrumpf, der im Vakuuminjektionsverfahren hergestellt wird. Das Handling des Schiffs im stets vollen Hafen von Nizza ist gut. Mit Hilfe des IPS-Systems, der Doppelmotorenanlage und des Bugstrahlruders lässt sich die große Yacht auf dem Teller drehen. Doch wie macht sie sich auf See?
Im Salon auf dem Hauptdeck befindet sich – sechs Meter lang, vier Meter breit und 2,15 m hoch – das wohnliche, lounge-ähnliche und Licht durchflutete Zentrum der Yacht. Viel Licht dringt durch das umlaufende Fensterband, über Dachluken und das aufpreispflichtige Sonnendach. Ebenfalls von oben lässt sich ein 32 Zoll großer Flachbildschirm zum Fernsehgucken absenken. Der Raumeindruck ist großzügig, die Übersicht gut. Im Salon, der in 16 verschiedenen Varianten erhältlich ist, stellt sich ein behagliches Gefühl ein – trotz ruppiger Bedingungen, die die See am Testtag vorgibt.
Vor der Küste ist der Seegang auf vier bis fünf Meter Wellenhöhe gewachsen. Regen prasselt auf die Windschutzscheibe, die Scheibenwischer verschaffen Durchblick. Am Horizont ist es dunkelgrau. Kurs Südost. Direkt gegenan. 18 Sekunden vergehen, bis die Yacht auf 21 Knoten beschleunigt. Marschfahrt. Der Bug ragt jetzt imposant nach oben, wobei die Hecksee gut einen Meter misst. Dank des geneigten Vordecks bleibt die Sicht voraus gut.
Technische Daten
| Länge | 19,50 m |
| Breite | 5,10 m |
| Tiefgang | 1,32 m |
| Gewicht | 23000 kg |
| Motor | 2 x Volvo IPS 900 mit je 700 PS (je 515 kW) |
| Maximal-Crew | 14 |
| CE-Kategorie | B (küstenferne Gewässer) |
| Preis | 1166200.- € |
Text: Uwe G. Meiling; Foto: Kerstin Zillmer
Den kompletten Bootstest lesen Sie in Ausgabe Mai 2010 des Bootshandel-Magazins