Jeanneau Merry Fisher 755 Marlin
Die vom Designbüro Centkowski & Denert zusammen mit den Konstrukteuren von Jeanneau entwickelte Sportfischer-Version der Merry Fisher 755 sticht optisch sofort ins Auge. Doch auch die inneren Werte der Marlin lernten wir beim Probetörn mit dem zweiten Prototyp vor Cannes schätzen.Der scharf aufgekimmte GFK-Rumpf, der durch einlaminierte Spanten und Stringer die nötige Steifigkeit erhält, hat ein hohes Schanzkleid – und nur 47 cm Tiefgang. Das Gelcoat des Rumpfs, bei uns aufpreispflichtig in Bordeaux gehalten, zeigt sich makellos, die teils mit Topcoat beschichteten Innenflächen ebenfalls. Die Laufdecks sind mit einer Riffelung versehen.
Das 2,78 m breite Boot ist in zwei Varianten als Fischer- oder Familienboot lieferbar. Bei beiden Walkaround-Varianten identisch sind das bis zu 76 cm hohe Schanzkleid, die 42 cm breiten Gangborde, welche auf dem Vordeck zu Lasten der Bugkabine abgesenkt sind, außerdem das Steuerhaus, die Doppelkoje im Bug und das 2,00 m x 2,56 m große selbst lenzende Cockpit.
Technische Daten
| Länge | 7,70 m |
| Breite | 2,78 m |
| Tiefgang | 0,47 m |
| Gewicht | 1750 kg |
| Motor | Yamaha F 150 AETX mit 150 PS (112 kW) |
| Maximal-Crew | 8 |
| CE-Kategorie | C (küstennahe Gewässer) |
| Preis | 31690.- € |
Vincent Piel, Jeanneaus Marlin-Produktentwickler, kommt an Bord. Er begleitet uns bei der Testfahrt. Wir legen ab und laufen bei Minimaldrehzahl von 700 U/min mit 2,5 Knoten durchs Hafenbecken. Bei 1.000 U/min sind es schon 3,95 kn – mehr als die in Frankreich erlaubten drei Knoten. Unser Aktionsradius beträgt unter diesen Bedingungen stolze 375 Seemeilen bei kaum wahrnehmbaren 46 dBA.
Bis 3.500 U/min bewegen wir uns in kurstreuer Verdrängerfahrt, mit leicht angehobenem Bug. Ab 3.800 U/min gleiten wir mit exakt 14 Knoten kursstabil über die glatte See. Die beste Fahrt notieren wir bei 5.000 U/min mit 23,1 kn und moderaten 75 dBA.
Fahrstabil, gutmütig und sicher – damit sind die Fahreigenschaften der 755 Marlin klar beschrieben. Am Steuerstand habe ich jederzeit Kontrolle über das Boot. Scharfe Kursänderungen werden träge und ohne allzu große Krängung umgesetzt: Die Marlin reagiert so, als wäre sie drei Meter länger und zwei Tonnen schwerer. Bei Kreis- und Geradeausfahrt kann ich das Ruder loslassen.
Text: Uwe G. Meiling
Den vollständigen Testbericht lesen Sie in der Printausgabe des Bootshandel-Magazins vom Mai 2012