Galeon 330 Fly

01/2010

Galeon 330 Fly

Mit gut zehn Metern Länge ist die Galeon 330 Fly eine der kleineren Yachten in der Flybridge-Klasse. Dass die polnische Werft mit diesem vielseitigen Modell erfolgreich ist, belegt die beständige Weiterentwicklung im Detail seit der Premiere 2004. Wir fuhren die aktuellste Version auf der Weser.

Neuheiten präsentiert die 1982 gegründete Werft aus Straszyn ununterbrochen. 13 Yachten zwischen 8,37 und 21,74 m Länge bietet die Werft an – in fast allen Längen sowohl als Hardtop- wie auch als Flybridge-Version. Die Kleineren gibt es auch als Open.


Die 3,46 Meter breite und kompakte Galeon 330 Fly entpuppt sich während unseres Testtörns auf der Weser bei Bremen als ein solides Stück Bootsbauerkunst mit hochwertigen Zutaten und gutem Raumangebot. Die Großzügigkeit des Siebeneinhalbtonners zu Wasser fällt sofort auf: Die 330 Fly bietet zwei Doppelkabinen, zwei Sanitärzellen sowie eine Einzelkoje auf dem unteren Deck im Vorschiff und unterhalb des Salons.
Zwei Kunstgriffe der Polen sorgen für viel Raum unter Deck: Zum einen bewirkt die hohe Aufkimmung eine aufrechte Form. Zum zweiten haben die Designer die – sonst meistens im Vorschiff installierte – Pantry hinter den Steuerstand auf das Hauptdeck verlegt. An diesem Platz hat der Koch einen schönen Ausblick und direkten Kontakt zum Piloten – und natürlich viel Arbeitsfläche.


Küche, Steuerstand und Salon auf dem Hauptdeck ergeben durch die großen Fensteröffnungen einen hellen, lichten Raum. Der Innenausbau ist aus hoch glänzend lackiertem Mahagoniholz. Eiche hell und Wenge sind ebenfalls möglich. Zusammen mit dem von hellen Adern durchzogenen Holzfußboden, den cremefarbenen Polstern und dem im gleichen Farbton bezogenen Dachhimmel entsteht ein freundlicher, gemütlicher Raumeindruck.

Technische Daten

Länge10,12 m
Breite3,46 m
Tiefgang0,81 m
Gewicht9392 kg
Motor2x Volvo Penta D4-225 EVC/EC DPH, 225 PS (165 kW)
Maximal-Crew8
CE-KategorieB (küstenferne Gewässer)
Preis206400.- €

Die Kommandozentrale auf der Hauptebene lässt nichts vermissen: Rund ums verstellbare Steuerrad beherbergt der in Carbon-Optik gehaltene Salonsteuerstand Instrumente und Schaltung von Volvo Penta, Raymarine-Navigationsinstrumente und einen konventionellen Kompass. Leider ist nicht alles blendfrei angeordnet. Vom individuell justierbaren Pilotensitz erreiche ich alle Schalter, die Doppelschaltung, Ansteuerung für das Bugstrahlruder und die Trimmklappen. Gleiches gilt uneingeschränkt auch für den Steuerstand auf der Fly.
Bei heiterem bis wolkigem Wetter, Wind der Stärke 2 aus Nordwest, 14° Celsius sowie zwei Personen an Bord verlassen wir den engen Hafen. Trotz über 500 Litern Diesel im Tank und vollem Wasserreservoir lässt sich die Yacht hier exzellent dirigieren.

Dass eine Flybridge-Motoryacht auch sportlich sein kann, stellt Galeons 330er unter Beweis. Sie ist sehr agil, wie die Messwerte zeigen. Die untere Gleitfahrt erreichen wir aus dem Stand heraus nach zehn Sekunden, die Marschfahrt liegt nach 14 Sekunden an. 31,4 Knoten Maximum nach 24 Sekunden sprechen für ein gutes Beschleunigungsverhalten. Beim Gasgeben hebt die Yacht schon bei 1.000 U/min den Bug an. Beim Übergang in die Gleitfahrt ist die Nase wieder unten. Die seitliche Krängung beträgt bei schrägem Anfahren der mit einem Meter Höhe sehr mächtig ausfallenden Hecksee 30°, und für kurze Zeit zieht die Yacht dann ihren Süll durchs Wasser. Die Kursstabilität bleibt aber in jeder Fahrsituation erhalten, sowohl bei den provozierten extremen Manövern als auch in Verdrängerfahrt.


Wer Komfort und Seefreundlichkeit, gepaart mit Sicherheit und viel Platz an Bord einer Zehnmeteryacht sucht, ist mit der Galeon 330 bestens bedient – sowohl als Hardtop-, wie in der Flybridge-Version. Zum Basispreis von 193.500 Euro für die 330 HT und 206.400 Euro für unsere Testyacht mit Fly gibt es kein vergleichbares Angebot der Mitbewerber.

Text: Uwe G. Meiling; Foto: Kerstin Zillmer 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der gedruckten Ausgabe 01/2010 des Bootshandel-Magazins 


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