Elan 310

02/2010

Elan 310

Schon äußerlich macht die neue kleine Elan viel her und erinnert ein bisschen an die aktuellen Offshore-Racer der Segelszene. Wir segelten das slowenische 31-Fuß-Schiff auf dem Peenestrom.

Performance-Cruiser ist hier das zentrale Schlagwort. Performance gibt es entsprechend der Beschlagsausrüstung an Deck reichlich, zumal das Testboot mit der Baunummer 5, das uns an der Peene zur Verfügung gestellt wurde, mit dem optionalen Racing-Paket ausgerüstet ist, das auch anspruchsvollen Seglern gefallen dürfte. Doch auch die Standard-Beschlagsausrüstung ist hochwertig.


Ist man mit dem Racing-Paket erst einmal auf dem Wasser gewesen, wird man dieses Extra nicht missen wollen. Für ambitionierte Regattasegler ist dieses Paket ein Muss: Neben der leicht bedienbaren Harken-Travellerschiene gehören dazu unter anderem der Faltpropeller für den 20-PS-Diesel von Volvo Penta, laufendes Gut aus Dyneema sowie stehendes Gut aus Dyform. Dazu gibt es statt des Alu-Gennakerbaums den einschiebbaren Rüssel aus Carbon und einen 1,90 m tiefen T-Kiel mit Bombe. Wer auch flachere Gewässer befahren will, wird lieber den 1,60-m-Standardkiel nutzen. Fürs Trockenfallen ist nichts vorgesehen.


Technische Daten

Länge925 cm
Länge Wasserlinie871 cm
Breite322 cm
Tiefgang160 cm
Gewicht3750 kg
CE-KategorieC (küstennahe Gewässer)
Preis77231,00 €
Die Testbedingungen mit durchschnittlich bis zu 15 Knoten Wind (4 Beaufort) auf dem relativ schmalen Peenestrom sind wie geschaffen dafür, das Potenzial der Yacht zu zeigen. Auf Am-Wind-Kurs geht es zuerst die Peene aufwärts Richtung Wolgast. Bei nur drei Mann an Bord fehlt eigentlich etwas Gewicht auf der Kante, sodass sich die Yacht in Böen schon einmal mächtig auf die Seite legt. Dank der Kimmkante, die den Auftrieb verbessert und der Doppel-Ruderanlage bleibt die Elan 310 aber selbst bei diesen Erschwernissen immer unter Kontrolle.


Am Heck gurgelt es dann zwar mächtig, trotzdem stehen immer noch um die sechs Knoten Geschwindigkeit auf der Uhr. Mit einem Schrick in den Schoten ist dann auch die Rumpfgeschwindigkeit schnell erreicht. Konstrukteur Rob Humphreys hat ganze Arbeit geleistet: Trotz (oder gerade wegen) der beiden Ruderblätter liegt das Boot angenehm und ausgewogen mit mäßigem Druck auf dem Ruder.

Text: Michael Krieg

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