Praxis Alles über Wasserskiboote
Crescent Dorado V 23
Skandinavische Boote sind sicher, praktisch und seefreundlich, dabei pflegeleicht und von hoher Qualität – besonders dann, wenn Bootsdesigner Pelle Petterson am Werk war. Den Daycruiser Crescent Dorado V 23 haben wir einem ausführlichen Praxistest auf der Kieler Förde unterzogen.Der Schwede Petterson ist nicht irgendwer: Er hat ganze Flotten von Motor- und Fahrtensegelyachten gestaltet. Am bekanntesten sind sicher die Maxis. Für die Cremo-Werft hat er nahezu alle Boote der Marke Crescent gezeichnet. Und diese Flotte ist groß.
Obwohl direkt am oft rauen Kattegat südlich von Göteborg gelegen, produziert Cremo seit 1957 ausschließlich Boote für geschützte Reviere. Das kleinste, als Dinghi einsetzbare Boot misst gerade mal 2,45 m in der Länge, das Spitzenmodell ist die 6,30 m lange offene Schaluppe Allure 21 – alle zertifiziert durch die in Oslo ansässige Klassifikationsgesellschaft Norske Veritas. Hohe Qualität scheint bei Crescent also gewährleistet – und lässt sich bei unserem 6,16 m langen Bowrider auch „erfahren“, wie sich auf der Kieler Förde herausstellen wird. Schon am Steg macht das offene, 2,35 Meter breite und problemlos trailerbare Boot einen guten und soliden Eindruck. Für das maritime Erscheinungsbild sorgt unter anderem der Einsatz von viel Flexiteek, das übers gesamte Deck verbaut wurde. Überzeugend wirkt auch das praxisgerechte Layout.
Wie im Norden üblich betritt man das Boot am besten durch den Bugdurchstieg und gelangt so sicher ins offene Vordeck. Das praxisgerechte Design der Dorado V 23 zeigt sich durch viele kleine Details wie die nach oben gezogenen Handläufe am Bugdurchstieg, große Staufachklappen im Cockpitboden und der (über dem Steuerpult 56 cm hohen) Windschutzscheibe, die im Bereich des Durchgangs in voller Höhe geöffnet werden kann. Pilot und Navigator sitzen vor jeweils eigenen Konsolen auf verstellbaren Sesseln.
Am Steuerstand geht es aufgeräumt zu. Installiert sind Yamahas digitale Anzeigen für Geschwindigkeit, Drehzahl, Verbrauch und Trimmlage, außerdem Kompass und Tankanzeige. Das gesamte Cockpit lässt sich durch ein Camperverdeck schützen, das bei Nichtbenutzung hinter die Hecksitzbank gestaut wird.
Wie seefreundlich die Konstruktion ist, muss die V 23 auf der Förde unter Beweis stellen. Bei heiterem Himmel, 18° Lufttemperatur, einem halben Meter Welle und zwei bis drei Beaufort Wind aus Nordost lege ich ab. 50 Liter Benzin sind im Tank. Nur drei Sekunden nachdem man den leichtgängigen Hebel nach vorn bewegt, erreicht die Crescent die Gleitschwelle bei 2.700 U/min. Das Boot macht 14 Knoten Fahrt: untere Gleitfahrt. Sobald ich auf 3.000 U/min beschleunige, senkt sich der Bug und das Boot erreicht 20 Knoten: kleine Fahrt mit Trimmstellung auf ein Drittel. Der Verbrauch liegt bei 17 Litern pro Stunde.
Die Marschfahrt wird bei 3.500 U/min mit 24,3 Knoten und einem Verbrauch von 20 Litern erreicht. Das sind 7,5 Stunden Autonomie, entsprechend einer Reichweite von 182 nautischen Meilen ohne Reserve. Das ist gut.
Technische Daten
| Länge | 616 cm |
| Breite | 235 cm |
| Tiefgang | 90 cm |
| Gewicht | 770 kg |
| Motor | Außenborder bis 150 PS (112 kW) |
| Maximal-Crew | 6 |
| CE-Kategorie | C (küstennahe Gewässer) |
| Preis | 23600,00 € |
Seetest bestanden. Insgesamt liefert die Crescent Dorado V 23 einen überzeugenden Auftritt. Das mit der CE-Kategorie C zertifizierte Boot zeigt keine Schwächen und erweist sich als solide verarbeitetes und vielseitig einsetzbares Sportboot, das wahrscheinlich preiswert zu unterhalten ist – auch, weil es mit den meisten Mittelklasse-Pkw problemlos zu trailern ist. Der Basispreis von 23.600 Euro erscheint für die gebotene Qualität gerechtfertigt.
Text: Uwe G. Meiling; Foto: Kerstin Zillmer
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der gedruckten Ausgabe 01/2010 des Bootshandel-Magazins