Corsiva 620 Classic

09/2010

Corsiva 620 Classic

Wasserwandern ohne großen Aufwand oder Stress, Tagestouren mit Freunden und Familie, Badeurlaub vom Boot aus – das ermöglicht die Corsiva 620 Classic.

Das offene und wegen der umlaufenden Wieling aus Tauwerk klassisch wirkende Boot ist eine Sloep, die allerdings nicht in den Niederlanden, sondern in Polen gefertigt wird. Der von Hand aufgelegte, 6,20 m lange GFK-Rumpf ahmt – sauber verarbeitet – die Klinkerbauweise vergangener Tage nach.


Mit 2,45 m Breite und ihrem geringen Gewicht von 850 kg ohne Motor ist die Corsiva 620 Classic, die sechs Personen an Bord ausreichend Platz bietet, problemlos trailerbar. Über seitlich eingeformte Stufen auf der Innenseite der 72 cm hohen Schanz gelange ich in das selbstlenzende und mit Teakholzlaminat ausgelegte Cockpit.


Bei weniger günstigerer Witterung könnte ich zusätzlich eine Sprayhood über den Bugbereich aufspannen oder das mit 1.600 Euro in der kurzen Optionsliste stehende Cabrioverdeck aus Werlsee-eigener Fertigung ordern. Sofern das Boot nicht genutzt wird und im Hafen liegt, lässt es sich mit einer flachen Komplettpersenning schließen.


Achterlich ist der Steuerstand mit Mahagoni-Steuerrad und seitlich montierter Einhebelschaltung platziert. Auf einer u-förmigen Hecksitzbank nehmen für gewöhnlich Steuermann und Navigator Platz. Unter der Sitzbank sind die Batterie, der Hauptschalter, der Treibstofftank und eine Handlenzpumpe montiert.

Technische Daten

Länge6,20 m
Breite2,45 m
Tiefgang0,60 m
Gewicht850 kg
MotorMercury-Außenborder mit 20 PS (15 kW)
Maximal-Crew6
CE-KategorieC (küstennahe Gewässer)
Preis14500.- €
Der Motor, ein Mercury 20 HP, der 20 PS (18,3 kW) aus 351 ccm Hubraum generiert, hat mit dem Boot leichtes Spiel und beschleunigt es auf 7,2 Knoten Höchstfahrt. Das ist, mit einer Person an Bord und einem vollen 50-Liter-Treibstofftank, gut ein Knoten mehr als die theoretische Rumpfgeschwindigkeit.


Zugelassen ist die Corsiva 620 für Motoren bis zu einem Gewicht von 87 kg und 25 PS (18,3 kW). Ginge es nur nach dem Gewicht, könnte man Außenborder bis 30 PS (22 kW) montieren. Damit schiebt man aber nur noch mehr Wasser vor sich her; für die Gleitfahrt reicht das wahrscheinlich nicht.


In Fahrt verhält sich die offene Sloep absolut kursstabil, ist bei maximaler Geschwindigkeit mit 84,3 dBA jedoch deutlich zu laut. Der Schalldruck reduziert sich um die Hälfte, sobald man Gas wegnimmt und nur mit halber Fahrt und 3,5 Knoten unterwegs ist. Der Motor ist dann kaum noch zu hören, und der Schallpegel entspricht in etwa dem „Lärm“ in einer Bibliothek.

Text: Uwe G. Meiling

Den vollständigen Testbericht lesen Sie in der gedruckten Ausgabe 09/2010 des Bootshandel-Magazins 


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