Rinker 246

05/2007

Rinker 246

Boot für schnelle Zeiten
Offen, wendig und schnell präsentiert sich die Rinker 246 Captiva Cuddy – und ist damit ein Boot, das gut in unsere Zeit passt. Mit seinem schnittigen blauen Rumpf sieht das Boot aus dem mittleren Westen der USA schon am Steg schnell aus. Wir testeten die 7,97 m lange Runabout auf dem Seddinsee im Südosten Berlins.
Wir nahmen die Rinker 246 Captiva Cuddy an einem kühlen und windigen Apriltag im Süden Berlins genau ins Auge und starteten unsere Testfahrt am Steg der Bootswerft Schwarz in Berlin-Schmöckwitz. Das in zweiter Generation von Ingo Schwarz geführte Familienunternehmen hat seinen Firmensitz mitten in einem der beliebtesten und im Sommer völlig überlaufenen deutschen Wasserportreviere – zwischen Dahme und Seddinsee.

Die äußere Erscheinung der 246 CC lehnt sich an die Wettbewerber an. Bestimmend für die Linienführung sind der kühne Bogen der Scheuerleiste vom Bug bis zum Heck, die über dem Wasser schwebende Badeplattform und das königsblau glänzende Gelcoat.

Insgesamt macht die Verarbeitung einen hervorragenden Eindruck, was Anmutung und Qualität betrifft. Raue oder gar unbehandelte offene Schnittkanten finde ich weder an Rumpfteilen noch am glänzend lackierten Holz der kleinen Einbauschränke. Die Innenseiten des Rumpfs sind komplett mit einem Schutzanstrich versehen.

Das Fahrverhalten können wir auf dem von kleinen Schaumkronen bedeckten Seddinsee bei 8° Celsius Lufttemperatur und drei bis vier Beaufort aus Ost testen. Das Boot ist nach CE-Kategorie C, also für küstennahe Reviere zertifiziert. Der Volvo Penta 5.0 GXI mit 270 PS tritt mit gewohntem Brabbeln seinen Dienst an und ist nach wenigen Minuten des Warmlaufens nur noch als ein gutmütiges Brummeln zu vernehmen.

Bei den spätwinterlichen Testbedingungen auf dem absolut leeren Seddinsee können wir das Boot ausführlichen Testreihen unterziehen, wobei der Pilot zu jeder Zeit keinerlei Mühe damit hat, das Boot punktgenau zu kontrollieren. Das hydraulisch angesteuerte Ruder setzt die Steuerbefehle exakt um, der Rumpf überzeugt durch seine guten Gleiteigenschaften und enorme Wendigkeit. Die Rinker 246 Captiva Cuddy ist ein äußerst flinker Kurvenflitzer, der sich bei schnellen Kurswechsel und engen Kurvenfahrten von seiner besten Seite zeigt, aber auch im Geradeauslauf sicher und kursstabil über die kleinen Wellen tänzelt.

Der Rumpf schießt auch mit der kleinsten Maschine bei Erhöhung der Drehzahl förmlich aus dem Wasser. Enge Bögen oder 180-Grad-Kehren gelingen sehr rund, ohne das das Schiff dabei wesentlich an Geschwindigkeit verliert. Vollkreise mit einem Durchmesser von rund 20 Metern werden von uns bei gut 3.000 U./min mit knapp 47 Kilometern absolviert. Dabei krängt das Boot ein wenig und bremst deshalb auch die Fahrt kaum spürbar ab. Selbst aus Höchstfahrt eingeleitete Kehren absolviert das Boot ohne einzuhaken oder zu ventilieren. Den imaginären Slalom meistert der Testkandidat ebenfalls mit Bravour.

Für diesen Fahrspaß ist ein Einstandspreis von 53.990 Euro zu begleichen. Unser Testboot kostet komplett mit Biminitop inklusive Front-, Heck- und Seitenteilen, einer Cockpitpersenning und einer zweiten Batterie 56.880 Euro.

Technische Daten

Länge779 cm
Breite259 cm
Tiefgang55 cm
Gewicht2290 kg
Motorisierung

Volvo Penta 5.0 GXI DP, 270 PS

max. Passagierzahl12
CE-KategorieC
Preis56880,00 €
Motorisierungs- alternativenVolvo Penta: 5,7 Gi DP, 5,7 Gxi DP, 8,1 Gi DP, 8,1 Gxi DP, D4 260 DPMercruiser: 5,0 MPI B3, 350 Mag MPI B3, 6,2 MX B3, 496 Mag B3, 496 Mag HO B3
Text: Uwe G. Meiling
Foto: Kerstin Zillmer

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