Tournament 52
Die Tournament 52 ist ein Sportgerät der Extraklasse. Mit dem ersten Modell seiner Sportfisherman-Reihe, das in Kooperation mit der Partnerwerft Horizon entstand, zieht Drettmann die ganz großen Fische aus dem Wasser.Die auf der boot Düsseldorf 2009 erstmals vorgestellte 15,88 m lange Tournament 52 soll nicht nur der professionellen Fischjagd dienen, sondern auch „Freizeit-Fischer“ und Liebhaber feiner Yachten ansprechen.
Dem außergewöhnlichen Einsatzzweck, dem Big-Game-Fischen, ordnen sich Design, Layout und Einrichtung komplett unter. Wesentliche Merkmale der in der Basisversion 29 Tonnen verdrängenden Yacht sind der Tuna-Tower, seitlich davon montierte Outrigger, groß dimensionierte Köder- und Fischboxen unter Achterdeck und Süll sowie der bizarr erscheinende „Combat Chair“. Starke Motoren und Rauwassertauglichkeit erlauben es, das Jagd-Equipment sicher durch die See zu befördern, damit man sich ganz auf die bis zu einer halben Tonne schwere Beute konzentrieren kann.
Eine leistungsstarke Doppelmotorenanlage von Caterpillar mit je 1.000 PS (735 kW) ist in dem 5,30 m breiten 52-Fuß-Boot mit 1,65 m Tiefgang eingebaut. Das Doppelpack schiebt den GFK-Rumpf mit extremem V-Spant und scharfen, breiten Wasserabweisern komfortabel durch die Hochsee – laut Werftangabe mit bis zu 30 Knoten.
Das Vordeck lädt weit aus, damit es möglichst trocken bleibt. Sollten doch einmal die Brecher über Deck gehen, können sie kaum Schaden anrichten: Auf die dann gefährdete Frontscheibe im Decksalon wurde verzichtet. Die Vorderansicht suggeriert zwar etwas anderes; doch das ist nur ein dunkler Anstrich.
Technische Daten
| Länge | 15,88 m |
| Breite | 5,30 m |
| Tiefgang | 1,65 m |
| Gewicht | 29000 kg |
| Motor | 2 Caterpillar CAT C-18 1000 BHP mit je 1.000 PS (je 735 kW) |
| CE-Kategorie | A (Hochsee) |
| Preis | 1295000.- € |
Der aus massiven Aluminiumrohren gefertigte, rund acht Meter hohe Tuna-Tower fürs Fischen von ganz oben, maximal zwei Fahrstände, ein mit diversen Zusatzaggregaten bestückter und begehbarer Maschinenraum sowie der (mit 16.800 Euro zu Buche schlagende) Kampfstuhl, der das Achterdeck dominiert, lassen den gewaltigen technischen Einsatz an Bord erahnen.
Wer den Turm aufentert, um den obersten Fahrstand zu erreichen, sollte schwindelfrei sein. In der Drettmann-Verkaufshalle in Bremen-Hemelingen gelingt das relativ leichtfüßig. Bei Seegang dürfte es wegen der enormen und daher nicht griffgünstigen Rohrdurchmesser etwas abenteuerlicher werden.
Robust sollte der Steuermann einer T 52 sein und sich bester Gesundheit erfreuen. Ihm fällt nämlich die zentrale Aufgabe beim Hochseeangeln zu: Von seiner Position aus kann er die Yacht kontrollieren, Generatoren starten und das Achterdeck überwachen. Dank der Outrigger kann er mehrere Angelruten einsetzen, ohne dass sich Köder unter Wasser ins Gehege kommen. So lassen sich auch größere, vielversprechende Fischgründe abfahren. Sobald ein Fisch angebissen hat, werden die übrigen Ruten eingeholt. Der Steuermann ist dann bemüht, so zu navigieren, dass das Boot möglichst direkt vor dem Fisch herfährt, bis der ermüdet ist.
Die voll ausgestattete Tournament 52 mit Fünfblattpropellern, Schleichfahrtautomatik und 4.000-l-Sprittank erscheint für dieses außergewöhnliche und teure Hobby wie geschaffen. Die in der Vollausstattung rund 1,8 Millionen Euro teure Yacht bietet alles, was der Jagd dienlich ist. Dazu gehören neben der makellosen Qualität die solide Ausrüstung, ein professionelles Erscheinungsbild sowie die wohnliche Einrichtung unter Deck. Eine Badeplattform sucht man vergeblich: Sie wäre beim Einholen des Fangs nur hinderlich.
Text: Uwe G. Meiling