Thomas Allert
Thomas Allert ist nicht nur einer der bekanntesten Bootshändler Deutschlands, der Unternehmer aus Werder gilt in der Wassersportbranche auch als Institution – in Sachen Geradlinigkeit.Wenn der eher zurückhaltende, immer freundliche Bavaria-Händler und Marinabetreiber sich einmal äußert, gilt das Gesagte allgemein als Fakt. „Wenn Herr Allert das sagt… “, so ist von seinen Kollegen, Mitbewerbern, gar Konkurrenten bei der Vorbereitung zu diesem Porträt während der boot Düsseldorf wie aus einem Munde zu hören, „ … dann wird es wohl stimmen“.
Nach akademischem Umweg ist Thomas Allert als Betreiber des Bootshandels Allert Marin und der Marina Zernsee in Werder an der Havel der einzige Vertragshändler, der seit mehr als zwei Jahrzehnten Motor- und Segelyachten von Bavaria im Programm hat.
„Wegen der über 20 Jahre währenden Bekanntschaft mit den Familien Herrmann und Meltl und der gegenseitigen Achtung habe ich mich auf Bavaria festgelegt“, bekennt der studierte Meeresgeologe im Interview. An der Christian-Albrecht-Universität in Kiel hat der gebürtige Berliner seine akademische Ausbildung abgeschlossen, nachdem er bereits von Kindesbeinen an mit dem nassen Element ausreichend in Berührung gekommen war.
Forschungsreisen auf der „Meteor“ und Jobs, die er während seines Studiums im Yachthandel annahm, sorgten dafür, dass ihm der Bezug zur See nie verloren ging. Der Kreis schloss sich 1990, als Allert nach der Ausbildung zum Kaufmann sein eigenes Unternehmen gründete.
Mit schnellen wachen Augen und im makellosen Business-Outfit sitzt mir der 52-jährige Vater zweier Söhne in der Lounge des Bavaria-Messestands gegenüber. Im vergangenen Jahr hat er geheiratet. Ohne seine Frau Brigitte wäre vieles nicht möglich gewesen. Nach 19 Jahren gemeinsamen Lebens hat er sie endlich gefragt – ob sie ihn heiraten wolle. „Stellen Sie sich vor, sie hätte Nein gesagt“, sagt Allert und steht auf. Er wirkt plötzlich ebenso rastlos wie unternehmungslustig; mit ein Grund für seinen Erfolg und sein Standing in der Branche?
Zwei Hektar Ufergrundstück am Großen Zernsee, im Zentrum eines der schönsten Binnenreviere Europas zwischen Potsdam und Brandenburg gelegen, gehören heute ihm. 2.500 m2 davon hat er bebaut: mit Ausstellungsflächen, Werkstätten, einem Verwaltungsgebäude und der Infrastruktur für eine moderne Marina mit 160 Liegeplätzen, wo während der Saison reichlich geslippt und gekrant wird.
Weil Thomas Allert das, was er tut, gründlich macht, ist sein Unternehmen vom International Marine Certification Institute (IMCI) kürzlich wieder zertifiziert worden. Das Qualitätssiegel steht für geprüfte Standards bei Fachhandels- und Servicebetrieben. Die Prüfung selbst wird durch neutrale Stellen unabhängig durchgeführt und ist damit nicht hoch genug einzuschätzen. Allert Marin wurde mit allen vier zu vergebenen Qualitätssiegeln des IMCI ausgezeichnet.
Segel- und Motoryachten sind für Thomas Allert kein Gegensatzpaar. Er vereint zwei Welten in seinem Unternehmen, denkt dabei nach vorn und ist beweglich. So wie es die Situation erfordert. Mit einer Motoryacht bewegt man sich auf geradem Weg von einem Punkt zum anderen, ohne dass sich an Bord wesentliches verändert. Segelnd verläuft der Kurs nicht ganz so gradlinig, dafür aber wetterabhängiger und aktiver.
In beiden Fällen gilt, dass die Beziehungen zu den Eignern seiner Yachten über Jahre halten – und manchmal sogar Freundschaften geschlossen werden. Schließlich ist das eigene Boot, die eigene Yacht sichtbares Zeichen dafür, dass man sich wohl fühlt und es gut läuft. Ein Schloss, eine Insel oder eine Fußballmannschaft kan
n man nicht ständig herzeigen. Mit dem eigenen Schiff kann man sich in den feinsten Häfen zeigen, und das ordert man schließlich nicht irgendwo.
Aufgeräumt und zufrieden lässt mir Thomas Allert nach dem Gespräch im Messetrubel noch die Neuheiten von Bavaria präsentieren. Kurz nachdem wir uns verabschiedet haben, höre ich ihn, ein paar Schritte entfernt, zu einem potenziellen Kunden sagen: „Ich bin jederzeit zu einer Handschlagvereinbarung bereit.“ Das passt zu ihm: Thomas Allert macht es so einfach wie möglich. Und keinesfalls einfacher. Sein Wort gilt.
Text: Uwe G. Meiling