Walross IV: Endspurt nach Cuxhaven

07/2010

Walross IV: Endspurt nach Cuxhaven

Nach zwei Jahren Weltreise über China, Australien und Südamerika kehrt die „Walross IV“ Anfang Juli nach Deutschland zurück.
Im Westen nichts Neues
12.05.2010
Seit Tagen segelt „W4“ längs des 37. LG mit dichtgeholten Schoten im Passat nach Norden. Heute verlassen wir die Tropen: 23,5 Grad (Wendekreis des Krebses) wird übersegelt, die Sonne steht mittags wieder im Süden.

Nacktes Überleben
14.05.2010
Seit gestern segeln wir mit einem Schrick in den Schoten auf 20 Grad gen Azoren. Immerhin haben wir gestern mit 218 Seemeilen in 24 Stunden ein ganz ansehnliches Tagesetmal erreicht (mit zweitem Reff und kleiner Genua).
Der Schiffer klärt indes die Mannschaft darüber auf, dass es bei dieser Reise nicht ums Amüsement, sondern ums nackte Überleben gehe. Aha. Dazu passt, dass uns seit geraumer Zeit Portugiesische Galeeren entgegen kommen.

Letzte Seetage
16.05.2010
Noch liegen 320 NM bis Sao Miguel vor uns. Die ersten Seevögel begleiten uns.

Ankunft auf den Azoren
18.05.2010
Das Walross ist gegen 20 Uhr UTC angekommen. Crew und Schiff sind wohlauf. Nun beginnen die Putz- und Aufräumarbeiten, denn die schnelle Reise von Recife bis zur Mitte des Atlantiks hat ihre Spuren hinterlassen.

Azoren-Crew übt
23.05.2010
Die Azoren-Crew hat das sehr gut in Schuss befindliche Walross übernommen und eine erste Trainingseinheit mit nicht ganz kompletter Mannschaft absolviert. Die durchgeführten Manöver wurden vom Schiffer auf der Bewertungsskala von 1 bis 10 mit 8,2 bewertet.

Behörden im Atlantik
24.05.2010
Morgen früh haben wir vor, die Azoreninsel Santa Maria anzulaufen. Ob man’s glaubt oder nicht: Jeder Inselwechsel ist mit aufwändigem Ein- und Ausklarieren verbunden.

Nordsee
30.05.2010
Wir sind gerade im Sao-Jorge-Kanal nach Velas unterwegs. Die äußeren Bedingungen sind denen auf der Nordsee sehr ähnlich. Trotz des weiten Atlantiks hat man zwischen den Inseln eine sehr unruhige, kabbelige Welle und böigen Wind.

Unterwegs mit Willi
02.06.2010
In der letzten Nacht ist eine Kaltfront durchgezogen, so hatten wir eine spannende Ankerwache mit Böen bis 35 kn. Morgens pünktlich nach dem Frühstück (11 Uhr) kam die Sonne raus. Wir sind mit dem schlappen Willi übergesetzt und haben uns in die legendäre Peter’s Bar verholt.

Ein Hoch auf die Azoren!
04.06.2010
Das entspannte Inselhopping der vergangenen Tage hat dazu geführt, dass die Crew äußerst ausgeruht an die letzte Überfahrt ging. Der Schiffer hat ein letztes Mal seine Angel hintergeschleppt – wieder nur ein armer Seevogel, der dem Oktopus-Köder nicht widerstehen konnte.

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