Sachverständige uneins über ADAC-Aktion
Selten gab es um eine Dienstleistung im Bootsbereich so viel Wirbel wie bei der Einführung des ADAC-Boot-Checks (wir haben in der März-Ausgabe berichtet). Inzwischen haben sich die Sachverständigen-Vereinigungen offiziell geäußert – und zwar ganz unterschiedlich.
„Eine Zustandsbeschreibung und Funktionsprüfung, wie vom ADAC angeboten, ist in keinem Fall eine Alternative zu einem Gutachten, ebenso wie Äpfel keine Alternative zu Birnen darstellen“, erklärt Detlef Löll, Verbandsvorsitzender der Sportboot- und Schiffbau-Sachverständigen (VBS). Der Unterschied zwischen ADAC-Angebot und einem Gutachten liege nicht im Umfang, sondern „in der Fragestellung sowie in Tiefe und Detaillierungsgrad, in der die gestellte Frage beantwortet wird“.
Das ADAC-Gütesiegel könne „nach einer 15-minütigen Online-Schulung“ von Mitarbeitern von Marina- und Werftbetrieben ausgestellt werden, während die Gutachten vereidigter Sachverständiger von Bootsbaumeistern oder Schiffbauingenieuren erstellt werden, die regelmäßige Schulungen erfahren, heißt es vom VBS.Das Netzwerk Internationale Bootsexperten e.V. sieht in dem ADAC-Angebot „den Versuch, den Gebrauchtbootverkauf im privaten Bereich auf eine seriösere Basis zu stellen“ und steht dem Konzept „entgegen zahlreicher kritischer Reaktionen in der Branche aufgeschlossen gegenüber“. Man wolle „den ADAC kompetent unterstützen“, heißt es auf Anfrage, zumal die Bootsexperten „ein sehr ähnliches, sogar umfangreicheres Angebot“ seit Jahren geplant hatten.