Zwischenruf von Michael Krieg
Warum dieser plötzliche Sinneswandel, werden vor allem die kritisch hinterfragen, die sich lange – und in den letzten Jahren erfolgreich – dafür eingesetzt haben, dass dieser Ort möglichst unberührt bleibt. Mitten im Naturschutzgebiet Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gelegen, mit seltenen Pflanzenarten und hier zahlreich brütenden Seevögeln, wird er immer wieder von Seglern als günstige Übernachtungsmöglichkeit angelaufen – ohne jede Not.
Bisher war alles gut gegangen. Mehrere Sportbootunfälle, so die Seenotretter, verliefen glimpflich. Ende März ist dann eingetreten, wovor viele immer gewarnt hatten: Ein Angler erlitt vor der Küste nördlich des Ostseebads Prerow einen tödlichen Herzinfarkt, und die Rettung mittels SAR-Hubschrauber aus Kiel kam viel zu spät.
Seitdem der Darßer Ort wegen geringer Wassertiefe auch per Rettungskreuzer nicht mehr angelaufen werden kann, sind die Seenotretter zu Einsätzen in dieses Seegebiet (von Warnemünde oder Barhöft aus) fast zwei Stunden unterwegs. Das ist zu viel für eine in Not geratene Crew, die den 50 Meilen langen Sprung von Warnemünde nach Stralsund ohne vorhandenen Zwischenstopp wagt. Der neue Hafen in Prerow soll Platz für 250 Sportboote bieten. Dann wird wohl endlich Ruhe eintreten – nach 18 Jahren Streit.