VW Tiguan und BMW X3

10/2008

VW Tiguan und BMW X3

Wenig Klasse in der Mittelklasse
Große Geländewagen als Zugfahrzeuge:
VW Tiguan und BMW X3 hängen beim
ADAC-Test alle ab.
Trotz laufender CO2-Debatte und Klimawandel ist die Beliebtheit so genannter Geländewagen ungebrochen. Wie sich die familien- und freizeittauglichen Offroad-PKW auch als Zugpferde einsetzen lassen, hat jetzt der Automobilclub ADAC getestet: Sechs Mittelklasse-SUVs traten mit angehängtem Wohnwagen gegeneinander an.

Zwar besitzen nur wenige Boote ähnliche Abmaße wie die rollenden Wohnzimmer, doch mag der Vergleich auch für Bootstrailer-Fahrer als ungefähre Richtschnur interessant sein. Das Ergebnis ist durchwachsen: Nur zwei Modelle verdienen das ADAC-Urteil „gut“, der Rest fährt im Mittelfeld.

Auch mit einem 1.600 kg schweren Caravan am Haken zieht der Volkswagen Tiguan an der Konkurrenz vorbei. Bei insgesamt noch moderatem Verbrauch hat der Testsieger nach Aussage der Tester Lob verdient – vor allem für die wegklappbare Anhängevorrichtung, das Anhänger erkennende Fahrstabilitätsprogramm, die Hill-Hold-Funktion und die elektromechanische Feststellbremse. Einziger Mangel ist die fehlende Ladestromleitung der Anhängersteckdose.
Auch der BMW X3 erhält das Testurteil „gut“. Sein Verbrauch liegt etwas höher als beim Tiguan, und die Größe des Kofferraums ist nur mittelmäßig. Sein hohes Sicherheitsniveau und das Anhänger erkennende ESP bringen dem BMW einen guten zweiten Platz ein. Bestnoten gibt es für das Anfahren am Berg: Mit Hill-Hold-Funktion erklimmt der X3 sogar eine 18-prozentige Steigung mühelos.

Die anderen Testkandidaten liefern dagegen „nur“ befriedigende Ergebnisse. In dieser Gruppe liegt der Outlander von Mitsubishi vorne. Das Fahrzeug bietet eine vorbildliche Verkabelung der Anhängersteckdose, mangels Anhänger-ESP aber recht wenig Fahrstabilität. Auch das Anfahren am Berg fällt dem Outlander-Gespann schwer.

Der Opel Antara bietet im Autoklubtest durchgängig Mittelmaß; einzig das Anhänger-Programm im ESP kann überzeugen. Der Hyundai Santa Fe ist ein Lastentier, jedenfalls was die Kofferraumgröße und maximale Zuladung angeht. Sein Verbrauch im Gespannbetrieb ist mit 13,8 Litern deutlich zu hoch. Das Schlusslicht im Test ist der Honda CR-V: Fahrkomfort, Zuladung und Anhängevorrichtung sind nach Meinung der ADAC-Prüfer „sehr verbesserungsfähig“, auch die Fahrstabilität kann trotz Anhänger-ESP nicht überzeugen.

Unabhängig vom Testergebnis bemängelt der Autoklub offenbar immer wieder auftauchende Probleme bei den Anhängersteckdosen. Hier kann nur der Outlander punkten, der als einziges Fahrzeug im Test über eine Vollverkabelung mit Dauerplus und Ladestromleitung verfügt. Auch ein Anhänger erkennendes ESP gehört noch nicht zur Standardausrüstung: Hier besteht Nachholbedarf vor allem bei Hyundai und Mitsubishi.

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